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Kann man ein Waschbecken versetzen? (Was Sie wissen sollten)

Viele Hausbesitzer wollen ihr Badezimmer nach ein paar Jahren umgestalten – etwa weil ihnen die Anordnung der Badmöbel nicht mehr gefällt.

Doch während sich Schränke und Kommoden relativ einfach verrücken lassen, gestaltet sich das Versetzen von Waschbecken wesentlich schwieriger.

Schließlich müssen Sie neben dem Becken auch die Anschlüsse für Trink- und Abwasser berücksichtigen.

In diesem Artikel zeigen wir ihnen, wie Sie Ihr Waschbecken versetzen können, was es dabei zu beachten gibt, und welche Arbeiten Sie lieber dem Profi überlassen.

3 Gründe, ein Waschbecken zu versetzen

Wenn Hausbesitzer ihr Waschbecken versetzen möchten, hat das meist folgende Gründe:

  1. Sie benötigen Platz für ein neues Möbelstück im Bad oder möchten den vorhandenen Platz besser ausnutzen.
  2. Die Wand hinter dem Waschbecken ist marode und das Becken hält nicht mehr so, wie es sollte.
  3. Sie wollen ein größeres Waschbecken anbringen und müssen es seitlich verschieben, damit die Tür sich öffnen und schließen lässt.

Lassen sich alle Waschbecken versetzen?

Am einfachsten lassen sich Hängewaschbecken und Aufsatzwaschbecken versetzen.

Erstere werden mit Stockschrauben an der Wand befestigt, während Aufsatzwaschbecken auf einen Waschtisch montiert werden.

In beiden Fällen müssen Sie das gute Stück lediglich von seiner Befestigung lösen.

Allerdings gibt es bei Hängewaschbecken eine Einschränkung: Sind diese an einer Rigipswand angebracht, besitzen sie meist ein Vorwandgestell.

Um dort die Schrauben zu lösen, kommen Sie um ein Einreißen der Wand nicht herum.

Aufwändig gestaltet sich auch das Versetzen von Waschbecken mit Unterputzarmaturen.

Diese müssen erst freigelegt werden, da sie hinter der Wand verbaut sind.

Auch Standwaschbecken lassen sich nicht ohne weiteres verschieben.

Das ist jedoch dem hohen Gewicht von bis zu 60 kg geschuldet. Ein zweiter Helfer ist in jedem Fall empfehlenswert.

Ist es schwierig, ein Waschbecken zu versetzen?

Das eigentliche Versetzen eines Waschbeckens ist nicht schwierig und benötigt nur etwas Muskelkraft – je nach Größe und Gewicht des Waschbeckens.

Auch die Demontage gelingt mit dem richtigen Werkzeug relativ unkompliziert.

Anspruchsvoller ist da schon die Montage am neuen Standort.

Für Hängewaschbecken müssen Sie Löcher in die Fliesen bohren – natürlich gerade und im richtigen Abstand.

Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch im Trink- und Abwasseranschluss.

Dabei können einige Schwierigkeiten auftreten, die wir weiter unten thematisieren.

Welches Werkzeug benötige ich zum Versetzen eines Waschbeckens?

Folgende Werkzeuge sollten Sie für die Arbeit am Waschbecken parat haben:

  • Passende Maulschlüssel oder Zangen zum Lösen von Schraubverbindungen.
  • scharfes Messer, um Silikonfugen abzutrennen
  • Siphonzange mit gepolsterten Backen
  • Kreppband und Bleistift zum Anzeichnen
  • passender Akkubohrer für Fliesen
  • Sanitärsilikon, falls Sie das Waschbecken erneut verfugen möchten
  • Wasserwaage
  • evtl. Metall- oder Kunststoffsäge, um Rohrstücke zu kürzen.

Muss ich Vorbereitungen treffen, um ein Waschbecken zu versetzen?

Bevor es daran geht, das Waschbecken zu versetzen, müssen Sie es natürlich abbauen. Das geschieht in folgenden Schritten:

  1. Damit keine Überschwemmung entsteht, stellen Sie das Wasser ab – entweder über die Eckventile unter dem Waschbecken oder am Hauptabsperrhahn.

  2. Lösen Sie die Schrauben, mit denen die Armatur an den Eckventilen befestigt ist.

    Die Armatur selbst lassen Sie am Waschbecken, da Sie die Länge der Schläuche später zur Orientierung benötigen.

  3. Schrauben Sie den Siphon des Waschbeckens aus der Wand und entleeren Sie ihn. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie das geht.

  4. Lösen Sie die Muttern auf den Stockschrauben des Waschbeckens und ziehen Sie das gute Stück aus der Wand.

    Beim Anziehen sollten Sie leicht rütteln, damit sich die Silikondichtung löst. Alternativ zerschneiden Sie diese mit einem scharfen Messer.

Was muss ich beachten beim Versetzen des Waschbeckens?

Nun, da Sie das Waschbecken demontiert haben, müssen Sie überprüfen, ob es sich an der neuen Position auch benutzen lässt.

Am besten hält eine andere Person das Becken in Position, während Sie den beiden wichtigsten Fragen nachgehen:

  1. Sind die Schläuche für den Wasseranschluss lang genug?

    Das heißt, reichen die Flexschläuche von der Armatur zum linken und rechten Eckventil unter dem Waschbecken?

  2. Lässt sich der Siphon in neuer Position problemlos mit dem Abwasseranschluss an der Wand verbinden?

Haben Sie das Waschbecken zu weit nach rechts oder links verschoben, passen die Schläuche und der Siphon oftmals nicht mehr. In diesem Fall hilft nur improvisieren.

Während sich die Verlängerung von Flexschläuchen relativ einfach gestaltet, ist die Sache bei Siphons oft trickreicher.

Zwar haben auch starre Geruchsverschlüsse aus Metall eine gewisse Toleranz.

Sie schief oder gar auf Spannung einzubauen, ist jedoch nicht empfehlenswert.

m schlimmsten Fall kann der Siphon dadurch undicht werden und ein Wasserschaden ist die Folge.

So versetzen Sie ein Waschbecken richtig (in 4 Schritten)

Damit das Versetzen des Waschbeckens gelingt, sollten Sie in folgenden Schritten vorgehen:

1. Anschrauben des Waschbeckens

Vor der Montage müssen Sie zwei Löcher im richtigen Abstand in die Wand bohren, die Stockschrauben eindrehen und das Waschbecken festschrauben. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

2. Anschließen der Schläuche

Sollten die Armaturschläuche auch nach dem Versetzen bis zu den Eckventilen reichen, haben Sie Glück gehabt.

Wenn nicht, müssen Sie die Schläuche verlängern. Dafür eignen sich Versatzstücke, die es in verschiedenen Längen gibt.

Der Durchmesser ist mit 3/8 Zoll genormt.

Übrigens empfehlen sich Verlängerungen mit Schraubverbindungen (beispielsweise diese hier).

Diese sind stabiler als Produkte, die einfach aufgesteckt werden – ein wichtiges Kriterium, damit kein Wasser austritt.

Natürlich können Sie sich auch gleich eine neue Armatur mit längeren Schläuchen kaufen.

Das ist zwar etwas teurer, erspart Ihnen jedoch das Anschrauben von Verlängerungsstücken.

Nicht vergessen: Achten Sie darauf, die Schläuche mit dem richtigen Eckventil zu verbinden: Kaltwasser befindet sich immer rechts, Warmwasser links.

3. Anschließen des Siphons

Damit das Wasser auch abfließt, müssen Sie den Siphon des versetzten Waschbeckens mit dem Abwasseranschluss verbinden.

Sollte das aufgrund der Distanz nicht mehr möglich sein, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Schrauben Sie einen sog. Flaschensiphon an das Waschbecken. Diesen drehen Sie so, dass das Rohr neben der Flasche zum Abfluss zeigt.

Mit HT-Winkeln können Sie nun den Siphon mit dem Abfluss verbinden.

Beachten Sie, dass ein leichtes Gefälle notwendig ist, damit das Wasser richtig abfließt.

Dieses Video zeigt Ihnen, wie sich ein Siphon mit Rohrstücken verlängern lässt:

Isst Ihnen das zu viel Bastelarbeit oder haben Sie das Waschbecken nur leicht verschoben, bietet sich auch ein flexibler Siphon an – entweder aus Kunststoff oder biegsamem Edelstahl.

Auch Raumsparsiphons sind einen Blick wert.

Wenn Sie Ihren alten Siphon behalten möchten, können Sie das sog. Tauchrohr durch ein Modell mit Kröpfung austauschen.

So lassen sich geringe Differenzen von 2–3 cm nach links oder rechts ausgleichen.

4. Kontrolle

Haben Sie das Waschbecken erfolgreich an Trink- und Abwasser angeschlossen, wird es Zeit für einen Check:

Dafür öffnen Sie die Wasserzufuhr und drehen den Hahn voll auf.

Überprüfen Sie, ob die Flexschläuche und Verbindungen bei Warm- und Kaltwasser trocken bleiben.

Auch den Siphon sollten Sie auf Dichtigkeit testen – besonders im Bereich der Rohrverbindungen.

Ein optionaler letzter Arbeitsschritt ist das Anbringen einer Silikonfuge am Waschbecken.

Allerdings werden längst nicht mehr alle Becken verfugt. In welchen Fällen es sich lohnt, verraten wir Ihnen hier.

Wie lange dauert es, ein Waschbecken zu versetzen?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist kaum möglich. Der zeitliche Aufwand hängt vor allem von Ihrem handwerklichen Geschick ab, aber auch vom Waschbecken selbst:

Wie schnell lässt es sich von der Wand oder dem Untertisch lösen?

Sind die Muttern festgefressen, und müssen die Anschlüsse für Trink- und Abwasser geändert werden?

Oft zeigt sich erst nach dem erneuten Anschrauben, ob der Siphon oder die Schläuche zu kurz sind.

Mit einem Gang zum Sanitärhändler können Sie also rechnen.

Dann müssen Sie die gekauften Rohrverbindungen noch richtig kombinieren und gegebenenfalls zuschneiden, was ebenfalls Zeit kostet.

Kann man ein Waschbecken nachträglich höher / niedriger setzen?

90 cm – so hoch sind die meisten Waschbecken in deutschen Haushalten.

Das erleichtert dem Durchschnittsmenschen die Bedienung. Besonders kleine oder große Zeitgenossen könnten jedoch Schwierigkeiten haben:

Wer möchte sich schon mehrmals am Tag beim Händewaschen bücken oder auf die Zehenspitzen stellen?

Und auch, wenn der Nachwuchs da ist, bietet sich ein niedriges Waschbecken an.

Die gute Nachricht: Ein Waschbecken in der Höhe zu verstellen ist einfacher als das Versetzen nach links oder rechts.

Der Grund: Sie können den Abstand der beiden Stockschrauben in der Wand unverändert lassen und lediglich die gewünschte Höhe addieren oder abziehen.

Auch der Anschluss gestaltet sich unkompliziert, sofern Sie das Becken nicht deutlich höher oder tiefer setzen: Die meisten Flexschläuche sind, wie der Name schon sagt, flexibel genug, um einen Höhenunterschied von wenigen Zentimetern auszugleichen

Schwierigkeiten kann jedoch der Siphon verursachen.

Wenn dieser starr ist und der Höhenunterschied zu groß ausfällt, müssen Sie ihn entweder verlängern oder verkürzen.

Das tun Sie, indem Sie das Tauchstück am Siphon austauschen – z. B. durch dieses Modell.

Alternativ kommen auch flexible Siphons infrage, die wir weiter oben vorgestellt haben.

Kann ich mein Waschbecken alleine versetzen?

Können ist nicht gleich dürfen: Darum wollen wir diese Fragestellung aus zwei Perspektiven beantworten:

Praktische Überlegungen

Wie wir gesehen haben, lässt sich das Problem zu kurzer Flexschläuche oder Siphons mit etwas Bastelarbeit lösen.

Doch nicht immer ist das Ergebnis auch optisch ansprechend.

Viele Badbesitzer stören sich daran, wenn Schläuche und Rohre seitlich neben dem Waschbecken hervorstehen.

Für eine nahtlose Optik sollten Sie darum den Fachmann mit der Arbeit beauftragen.

Dieser kann ihnen neue Trinkwasser- und Abwasseranschlüsse im Badezimmer setzen.

Ob sich der finanzielle Aufwand lohnt, müssen Sie natürlich selbst entscheiden.

Alternativ verdecken Sie Schlauch und Siphon mit einem schicken Untertisch.

Rechtlicher Aspekt

Gleich vorneweg: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, in Eigenregie neue Anschlüsse für Trink- und Abwasser zu setzen, müssen wir Sie enttäuschen.

Diese Arbeiten dürfen nur von zugelassenen Sanitärbetrieben durchgesetzt werden.

Auch das Herumschrauben an Schlauchverbindungen und Siphons stellt ein heikles Thema dar, wie wir bereits in diesem Artikel über die deutsche Trinkwasserverordnung thematisiert haben.

Sollte durch undichte Schraub- oder Steckverbindungen Wasser austreten, ist die Chance groß, dass Sie auf dem Schaden sitzen bleiben.

Ihre Versicherung wird nämlich genau prüfen, ob die Arbeit von einem Fachbetrieb durchgeführt wurde.

Noch heikler ist die Situation für Mieter. Das Waschbecken und die dazugehörigen Anschlüsse in der Mietwohnung gehören Ihnen nicht.

Darum dürfen bauliche Veränderungen nur mit Zustimmung des Vermieters durchgeführt werden.

Selbst wenn diese gegeben wird, kann der Vermieter verlangen, dass Sie das Waschbecken beim Auszug wieder an die ursprüngliche Position setzen.

Und natürlich hat der Vermieter Anspruch auf die fachgemäße Durchführung der Arbeit.

Das heißt für Sie, dass Sie einen Sanitärbetrieb beauftragen müssen.

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