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Warum schäumt Wasser aus dem Wasserhahn? 8 Gründe (& Lösungen)

Statt klaren Wassers kommt schäumendes Leitungswasser aus Ihrem Wasserhahn?

Oftmals stecken völlig harmlose und normale Ursachen hinter schaumartig wirkendem Wasser.

Allerdings gibt es auch eine Reihe von Ursachen für schäumendes Wasser, die Sie unbedingt ausfindig machen und abstellen sollten.

Wie Sie das tun, erfahren Sie jetzt.

Ist schäumendes Wasser aus dem Wasserhahn normal?

Warum schäumt Wasser aus dem Wasserhahn

Insbesondere, wenn Sie einen Perlator verwenden – wie es an praktisch allen Bad- und Küchenarmaturen Standard ist – ist mit Luft vermischtes Wasser völlig normal.

Das können Sie ganz einfach testen:

Füllen Sie das Leitungswasser in ein Glas und lassen Sie es einen Moment stehen.

Wenn Sie beobachten, dass das ursprünglich schäumende oder sogar milchige Leitungswasser sich in transparentes Wasser verwandelt, ist kein Grund zur Sorge gegeben.

In diesem Fall waren einfach Luftbläschen im Wasser vermischt, die nach und nach entweichen.

Insbesondere milchig erscheinendes Leitungswasser tritt oft bei warmem Leitungswasser und besonders bei hohen Druck auf – denn dann sind besonders viele und sehr kleine Lufteinschlüsse im Wasser vorhanden.

Nicht normal hingegen ist, wenn:

  • die Luftbläschen nicht in kurzer Zeit verschwinden
  • der Schaum schmierig ist
  • der Schaum sichtbare Spuren hinterlässt
  • das Leitungswasser riecht
  • das Leitungswasser nicht klar wird
  • das Wasser einen Eigengeschmack hat

In all diesen Fällen steckt hinter der Schaumbildung wahrscheinlich ein Problem, dass Sie nicht ignorieren sollten.

8 Gründe, warum Ihr Leitungswasser schäumt

1. Perlator

Um Missverständnissen und unnötige Fehlersuche auszuschließen, sei zunächst folgendes geklärt:

Wenn sich ein Perlator am Wasserauslauf Ihrer Armatur befindet – ist eine gewisses „Aufschäumen“ ganz normal – wie eingangs bereits angesprochen.

Letztendlich ist eine der wesentlichen Funktionen eines Perlators, Luft in den Wasserstrom zu mischen.

Und Schaumbildung ist nichts anderes, als Lufteinschlüsse im Wasser – wodurch auch immer verursacht.

Schrauben Sie also testweise einfach den Perlator ab – tritt nun keine Schaumbildung mehr auf, haben Sie die Ursache bereits gefunden.

In diesem Fall besteht weder Handlungsbedarf noch Grund zur Besorgnis.

Höchstens einen anderen Perlator könnten Sie sich anschaffen, falls Ihnen die Sprudelleistung des aktuellen nicht gefällt.

2. Defekter Wärmetauscher bei Solaranlagen

Für schäumendes Leitungswasser haben auch schon Defekte und Fehlfunktionen an Wärmetauschern bei Solaranlagen geführt.

Das ausströmende Schaumwasser sah dann so aus:

Die Ursache war in diesem Fall, dass der Wärmetauscher das Wasser zu stark erhitzte, was in Kombination mit hohem Kalkgehalt im Leitungswasser zu solcher Schaumbildung führen kann.

Übrigens: in solchen Fällen wie den hier geschilderten tritt die Schaumbildung jedoch nur mit Perlator auf.

Schrauben Sie ihn ab, fließt das Wasser ohne Schaumbildung.

3. Wasserversorgung

Dass Ihnen der Wasserversorger verunreinigtes Trinkwasser liefert, was aufschäumt, ist äußerst unwahrscheinlich – schließlich wird Trinkwasser in Deutschland sehr streng kontrolliert.

Jedoch legt das Wasser einen weiten Weg vom Versorger zu Ihrem Wasserhahn zurück – durch viele lange und oft alte Rohre.

Auf dem Weg können sich theoretisch Substanzen ins Wasser mischen, die für Aufschäumen sorgen.

Im Zweifel sollten Sie Ihren Wasserversorger anrufen und ihm das Problem schildern.

Fragen Sie auch bei Nachbarn nach, denn in diesem Fall wäre nicht nur Ihr Haushalt betroffen.

Sollten Sie Ihr Wasser nicht vom öffentlichen Versorger, sondern beispielsweise aus einem eigenen Brunnen beziehen, kommt eine Verunreinigung dort in Frage.

Lassen Sie im Zweifel eine Wasseranalyse durchführen.

4. Hausleitungen

Schaum kann auch durch verunreinigtes Wasser in Ihrem Leitungssystem entstehen – stellen Sie sich vor, Waschmaschinen- oder Geschirrspülwasser gelangen in den Wasserkreislauf.

Die häusliche Wasserversorgung muss so eingerichtet sein, dass im Falle eines technischen Defektes oder Unterdruckes im Leitungssystem verhindert wird, dass Brauchwasser durch die Armaturen zurück ins Trinkwassersystem gesaugt wird.

Zwar ist grundsätzlich ein Rückflussverhinderer direkt am Hausanschluss vom Wasserversorger installiert – dieser schützt aber „nur“ das öffentliche Trinkwassernetz davor, dass Wasser aus Ihrem Haushalt dorthin zurücklaufen kann.

Allerdings war es früher erlaubt und üblich, das häusliche Wassernetz lediglich durch eine sogenannte Sammelsicherung – eine Kombination aus Rückflussverhinderer und Rohrbelüfter in der Steigleitung des Hauses – zu sichern.

Und so finden sich Sammelsicherungen auch heute noch oft in Altbauten – sind aber heute nicht mehr erlaubt, denn die aktuelle Verordnung zum Trinkwasserschutz schreibt Einzelsicherungen vor.

Zwar sind die meisten modernen Armaturen ohnehin mit einem Rückflussverhinderer ausgestattet.

Sollte dieser jedoch defekt sein – oder es sich um eine alte oder minderwertige Armatur ohne Rückflussverhinderer handeln – kann es zum Rückfluss von Schmutzwasser in das Hausnetz kommen.

Typische Beispiele, wo diese Gefahr besteht, sind Wasserhähne für Waschmaschinen oder Armaturen mit ausziehbaren Brauseschläuchen.

Überprüfen Sie also alle Entnahmestellen – also alle Wasserhähne (insbesondere mit Schlauchanschluss) und Eckventile, ob diese „eigengesichert“ sind.

Das bedeutet, sie besitzen einen eingebauten Rückflussverhinderer – und prüfen Sie, dass dieser nicht defekt, verstopft oder verklemmt ist.

5. Standzeit

Haben Sie längere Zeit kein Wasser entnommen – z.B. wegen längerer Abwesenheit?

In diesem Fall kann es sein, dass bestimmte Substanzen aus den Leitungen und Dichtungsmaterialien ins Leitungswasser übergegangen sind, die für das Schäumen verantwortlich sind.

Lassen Sie in diesem Fall das Wasser einfach einige Momente laufen – dann sollte das Problem verschwinden.

6. Armatur

Haben Sie eine neue Armatur installiert und tritt das Problem nur dort auf?

Eventuell befanden sich im Inneren des Armaturkörpers oder der Anschlussschläuche Substanzen, die für schäumendes Wasser sorgen.

Lassen Sie sie eine Weile laufen um zu sehen, ob sich das Problem bessert.

Im Zweifel können Sie die Armatur und Anschlüsse abbauen und reinigen.

Achten Sie zudem stets darauf, dass es sich nicht um minderwertige Materialien handelt, sondern die Armatur und ihre Anschlüsse zertifiziert sind für die Verwendung mit Trinkwasser.

7. Warmwassersystem

Eine weitere Ursache für schäumendes Leitungswasser können Probleme oder technische Defekte in Ihrer Heißwasserversorgung sein.

Dies würde vor allem dann als Ursache in Frage kommen, wenn ausschließlich das warme Leitungswasser schäumt, nicht jedoch das kalte.

Je nachdem, ob Sie einen zentralen Heißkessel für Ihre Warmwasseraufbereitung nutzen, oder dezentral per Untertisch-Warmwasserspeicher, können Sie die Fehlerquelle mehr oder weniger genau eingrenzen.

Denn falls das Warmwasser nur an einer Zapfstelle schäumt, ist sehr wahrscheinlich der Boiler vor Ort die Ursache.

Bei einer zentralen Heißwasserversorgung würde das Warmwasser an allen Entnahmestellen schäumen.

Außerdem kann beispielsweise bei Solar-Warmwasseranlagen ein Leck im Wärmetauscher dazu führen, dass Glykol in den Warmwasserspeicher gelangt und für schäumendes Warmwasser sorgt.

Glykol ist gesundheitsschädlich, allerdings auch recht leicht an seinem süßlichen Geruch erkennbar.

In beiden Fällen werden Sie nicht daran vorbei kommen, den Herstellerservice, Installateur oder gegebenenfalls Ihren Vermieter anzurufen.

8. Feuerwehreinsatz

Wohl eher selten – aber bereits vorgekommen – ist, dass durch einen Löscheinsatz der Feuerwehr geringe Menge des Löschmittels ins Trinkwasser geraten.

Beispielsweise stellten in Nordhorn die Anwohner nach einem Feuerwehreinsatz verwundert fest, dass statt Wasser nur Schaum aus ihren Armaturen kam.

Eine Gesundheitsgefährdung bestand durch das Mittel wohl allerdings nicht.

Nachdem das betroffene Wasserleitungsnetz gespült wurde, floss wieder wie gewohnt Trinkwasser.

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