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Warum ist mein Wasserhahn so laut? Ursachen & Abhilfe

In vielen deutschen Haushalten scheint es zu spuken. Öffnet man nämlich den Wasserhahn, ertönen häufig seltsame Geräusche – von stakkatoartigem Klopfen und Vibrieren über hohe Pfeiftöne bis zu einem lauten Knall in den Rohren.

Das ist nicht nur nervtötend, sondern deutet auch darauf hin, dass etwas nicht mit der Armatur stimmt. Im schlimmsten Fall ist der Lärm nur der erste Vorbote für schwerwiegende Schäden an den Wasserleitungen.

Und auch bei den Nachbarn macht man sich mit einem lauten Wasserhahn keine Freunde. Oder wer möchte schon jedes Mal aufgeschreckt werden, wenn der Nebenmieter das Wasser aufdreht?

In diesem Artikel erfahren Sie, wo die Ursachen des Problems liegen und wie Sie es ganz einfach selbst beheben können.

Was tun, wenn der Wasserhahn pfeift?

Besonders bei älteren Wasserhähnen ist ein hohes Quietsch- oder Pfeifgeräusch beim Öffnen zu hören. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, müssen Sie zuerst herausfinden, wann das Geräusch genau auftritt.

1. Das Pfeifen entsteht nur bei Kalt- oder Warmwasser-Entnahme

In diesem Fall kommen mehrere Bauteile Ihrer Armatur als Übeltäter in Frage:

A) Verschlissene Ventile/Dichtungsringe

Ventil Wasserhahn

Verfügen Sie über eine Zweigriffarmatur, drehen Sie am besten die Hebel für Kalt- und Warmwasser gesondert auf. Pfeift es nur, wenn kaltes bzw. warmes Wasser aus dem Hahn läuft, ist womöglich ein Ventil in einem der Mischer schuld.

Diese Ventile verfügen über einen Dichtungsring, der sich mit der Zeit abnutzt. Dann fließt das Wasser durch eine Engstelle am Ring vorbei und erzeugt ein hohes Geräusch.

Der Austausch funktioniert auch ohne Klempner und mit einfachen Werkzeugen:

  1. Drehen Sie das Warm- bzw. Kaltwasser über das entsprechende Eckventil unter dem Waschbecken/der Küchenspüle ab.
  2. Lösen Sie den entsprechenden Griff der Armatur. Entweder ist dieser nur aufgesteckt oder Sie müssen vorher eine Schraube an der Oberseite lösen.
  3. Schrauben Sie das Ventil aus der Fassung und begutachten Sie den Dichtungsring. Ist dieser abgenutzt, ersetzen Sie ihn mit einem neuen Modell. Dichtungsringe gibt es im Baumarkt, meist als Set mit mehreren Ringen für 5–10 Euro.

Natürlich können Sie auch das gesamte Ventil ersetzen – bei älteren Modellen die nachhaltigere Lösung, um sich eine Folgereparatur zu sparen. Günstige Ventile gibt es bereits unter 10 Euro.

In diesem kurzen Video sehen Sie die eben beschriebene Vorgehensweise:

B) Verkalkte Kartuschen bei Einhebelmischern

Etwas aufwändiger gestaltet sich die Reparatur bei pfeifenden Einhebelmischern. Auch hier sollten Sie zuerst überprüfen, ob die Warm- bzw. Kaltwasserzufuhr für das Geräusch verantwortlich ist.

Öffnen Sie hierfür den Hebel und drehen Sie ihn ganz nach links und anschließend nach rechts.

Pfeift es nur, wenn warmes oder kaltes Wasser ausströmt, kann dies an einer verkalkten Kartusche im Inneren des Einhebelmischers liegen.

Mit der Zeit sammeln sich an diesem Bauteil Ablagerungen, die den Hebel nicht nur schwergängig und undicht machen, sondern auch den Wasserfluss blockieren.

Eine Anleitung, wie Sie die Kartusche von Kalk befreien können, finden Sie in unserem speziellen Artikel hier (Abschnitt “3. Kartusche reinigen”).

Natürlich können Sie Ihrem Wasserhahn auch eine neue Kartusche spendieren. Die Kosten liegen je nach Hersteller bei etwa 10–20 Euro. Einzelteile für Kartuschen sind dagegen nur schwer zu bekommen.

Kartusche Einhebelmischer

Kartusche Einhebelmischer

C) Defekte/falsch eingestellte Eckventile

Wenn der Wasserhahn trotz intakten Ventilen bzw. intakter Kartusche immer noch Geräusche macht, kann das Problem auch vom entsprechenden Eckventil unterhalb des Waschbeckens/der Spüle verursacht werden.

Die erste Möglichkeit: Das Eckventil ist nicht ganz offen.

Vielleicht hat jemand das Ventil zugedreht, um eine Reparatur an der Armatur vorzunehmen, und es anschließend nur halb geöffnet. Dadurch kann eine Engstelle für das durchströmende Wasser entstehen.

Öffnen Sie das Ventil komplett und überprüfen Sie, ob das Geräusch noch auftritt. Wenn ja, kommt noch ein abgenutzter Dichtungsring als Übeltäter in Frage.

Auch Eckventile verfügen über Dichtungsringe, die sich mit der Zeit abnutzen und für unerwünschte Geräusche sorgen können.

In diesem Fall tauschen Sie am besten das komplette Eckventil aus. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel (Abschnitt “Wasseranschluss (Eckventil) dreht durch”).

2: Das Pfeifen tritt bei Warm- und Kaltwasser auf

Entsteht das hohe Geräusch immer, egal ob Sie den Kalt- oder Warmwasserhahn betätigen, liegt das Problem wahrscheinlich nicht an den Dichtungsringen, der Kartusche oder den Eckventilen.

Stattdessen kommen folgende Ursachen in Frage:

A) Verkalkter Perlator

Ein häufiger Grund für hohe Töne beim Öffnen des Wasserhahns ist der sog. Perlator oder Luftsprudler, der am Ende des Hahns angebracht ist.

Dieser reguliert die Wassermenge, um ein Spritzen beim Austritt zu verhindern.

Ist das Sieb im Inneren durch jahrelangen Gebrauch verkalkt, wird der Wasserfluss blockiert und es können störende Geräusche entstehen.

Wie Sie den Perlator austauschen, erfahren Sie in diesem Artikel: (Abschnitt “2. Perlator reinigen”).

B) Zu hoher Wasserdruck

Wenn Sie einen Defekt der Armatur ausgeschlossen haben und das Geräusch weiterhin auftritt, kann auch ein falsch eingestellter Wasserdruck schuld sein.

Um das zu überprüfen, heuern Sie am besten einen Helfer an. Öffnen Sie die Armatur, bis das störende Geräusch erklingt.

Dann gehen Sie zum Hauptwasserhahn und suchen das glockenförmige Druckminderungsventil. Dieses Ventil können Sie nach links und rechts drehen, um den Druck zu regulieren.

Per Handy kann Ihnen Ihr Helfer Bescheid geben, falls das Quietschgeräusch dadurch aufgehört hat.

Natürlich sollte der Druck noch hoch genug sein, um die oberen Stockwerke mit Wasser zu versorgen. 3–4 Bar werden dafür empfohlen.

Was tun, wenn der Wasserhahn stottert und vibriert?

Pfeif- und Quietschgeräusche sind nicht die einzigen Töne, die ein defekter Wasserhahn von sich geben kann.

Viele Badbesitzer berichten von Armaturen, die beim Aufdrehen rattern, brummen, stottern und vibrieren.

In diesem Fall liegt das Problem höchstwahrscheinlich an einem der Ventile bzw. den Dichtungsringen.

Sitzen diese durch jahrelange Abnutzung nicht mehr fest auf dem Ventil, können sie vibrieren und gegen die Wasserleitung schlagen – daher das pochende Geräusch, das sich in den Leitungen fortsetzt.

Im schlimmsten Fall kann die erzeugte Vibration Lecks in den Rohren verursachen.

Genau wie beim Problem des pfeifenden Wasserhahns sollten Sie deshalb die Dichtungsringe der Armatur bzw. die Eckventile überprüfen und gegebenenfalls austauschen. Das Vorgehen ist hierbei gleich.

Wasserhahn rattert beim Aufdrehen?

Natürlich kann das Rattern auch am Absperrventil liegen. Um dies zu überprüfen, gehen Sie folgendermaßen vor:

Öffnen Sie eine zweite Entnahmestelle, etwa den Wasserhahn in der Küche.

Wenn das Rattern nun aufhört, haben sich evtl. die Fließgeschwindigkeit und der Wasserdruck verändert. Dadurch “flattert” das Absperrventil nicht mehr.

In jedem Fall sollten sie das Absperrventil, das sich nach der Wasseruhr befindet, nun austauschen. Wie das geht, verrät Ihnen diese Anleitung.

Geräusche durch Wasserschlag

Viele Besitzer älterer Armaturen kennen das Problem: Wird der Wasserhahn zugedreht, ertönt ein knallendes Geräusch in der Leitung.

Dieses als Wasserschlag oder Wasserhammer bekannte Phänomen tritt auf, wenn eine sich bewegende Wassersäule schlagartig abgebremst wird.

Das Wasser “knallt” buchstäblich gegen die geschlossene Armatur. Die freigesetzte Energie überträgt sich auf die Rohrleitung, was auf Dauer zu Schäden und Lecks führen kann.

Eine Lösung für dieses Problem ist es, den Wasserhahn langsam zu schließen. Schließlich tritt Wasserschlag auch nur bei Einhebelmischern auf, die sehr schnell geschlossen werden können.

Alternativ können Sie auch am Hauptwasserhahn den Wasserdruck verringern. So prallt das Wasser weniger kräftig gegen das Hindernis.

Wer eine gründliche Lösung sucht, sollte einen Wasserschlagdämpfer vor der Armatur einbauen. Dabei handelt es sich um eine Absperrvorrichtung, die den entstehenden Überdruck beim Schließen des Wasserhahns ausgleicht.

wasserschlagdämpfer

Wasserschlagdämpfer

Bei Bad- und Küchenarmaturen wird der Dämpfer ganz einfach zwischen Eckventil und Armaturenschlauch angebracht. Voraussetzung ist jedoch, dass der Druck in den Leitungen über das Druckminderungsventil auf 3–4 Bar eingestellt wird.

Geräusche durch Luft in den Wasserleitungen

Die bereits beschriebenen Knallgeräusche können auch auftreten, wenn der Wasserhahn geöffnet wird.

In vielen Fällen hat sich mit der Zeit eine Luftblase im Leitungssystem gebildet, die eine physische Barriere für durchströmendes Wasser darstellt.

Um Langzeitschäden zu vermeiden, sollten Sie die Luftblase entweichen lassen. Dafür gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Zuerst drehen Sie das Wasser für die gesamte Wohnung am Hauptwasserhahn ab.
  2. Nun lassen Sie das Restwasser aus den Leitungen entweichen. Öffnen Sie dafür alle Armaturen. Beginnen Sie am untersten Punkt des Hauses und vergessen Sie auch außen angebrachte Wasserhähne nicht.
  3. Nachdem Sie sich von unten nach oben gearbeitet haben, schließen Sie die Wasserhähne am tiefsten Punkt des Hauses.
  4. Drehen Sie den Hauptwasserhahn wieder auf.
  5. Öffnen Sie die restlichen Wasserhähne im Haus (außer die, die Sie vorher zugedreht haben). Nach einem anfänglichen Gurgeln sollte das Wasser nun spritzfrei und ohne Geräusche austreten.

Was tun, wenn die Wasserleitung brummt?

Viele Badbesitzer, vor allem in Altbauten, kennen den folgenden Fall zur Genüge: Wenn sie den Wasserhahn öffnen, ertönt plötzlich ein lautes Brummen in der Leitung.

Oft geht das Geräusch wieder weg, wenn ein Wasserhahn aufgedreht wird. Danach kommt es aber wieder.

Als häufigster Übeltäter entpuppt sich ein defektes Absperrventil, auch Rückflussverhinderer oder KFR-Ventil genannt.

Diese Ventile lassen den Wasserfluss nur in eine Richtung durch, etwa um zu verhindern, dass Wasser aus dem Haushalt zurück in die öffentliche Wasserleitung fließt. Sie finden sich z. B.

  • hinter der Wasseruhr
  • vor der zentralen Warmwasser-Aufbereitung
  • hinter der Zirkulationspumpe der Warmwasserleitung.

Es gibt viele Gründe, warum ein KFR-Ventil anfängt, Geräusche von sich zu geben.

Evtl. ist der Ventilteller locker und schlägt nun in kurzen Abständen gegen das Wasserrohr. Aber auch fehlende Schmierstoffe, veraltete Federn und ausgeschlagene Ventilkegel-Führungen kommen als Ursache infrage.

Wenn Sie das verantwortliche KFR-Ventil lokalisiert haben, sollten Sie es zuerst mit Zu- und wieder Aufdrehen versuchen. Evtl. werden Kalk- und Rostablagerungen so gelöst.

Tritt das Geräusch immer noch auf, sollten Sie sich an den Austausch machen. Wie Sie das Ventil bzw. das Oberteil ersetzen, lesen Sie hier.

Klopfen in der Wasserleitung

Wenn aus der Wasserleitung mehrmals am Tag oder gar dauerhaft ein Klopfen zu hören ist, scheint ein Poltergeist am Werk zu sein.

Statt die Geisterjäger zu rufen, sollten Sie es jedoch zuerst mit folgenden Tipps probieren, um die Ursache zu finden:

1. defekte Armatur

Als erstes schließen Sie alle Entnahmestellen im Haushalt. Das heißt, Sie drehen alle Wasserhähne und Eckventile zu.

Nun drehen Sie jede Armatur einzeln auf und überprüfen, ob das Geräusch auftritt. Wenn ja, ist der Übeltäter lokalisiert und sie können sich an die Reparatur machen.

Meistens ist ein verschlissenes, undichtes Ventil schuld am Klopfgeräusch.

2. lockeres Wasserrohr

Es kann jedoch auch sein, dass ein Leitungsrohr sich aus der Halterung gelöst hat und nun gegen die Wand schlägt, wenn Wasser hindurchfließt.

In diesem Fall haben Sie leider keine Wahl: Sie müssen Doktor spielen und mit einem Stethoskop die Wand abhören.

Haben Sie die Stelle lokalisiert, gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Sie bohren die Wand auf und füllen den Bereich rund um das Rohr mit Bauschaum aus, sodass es keinen Spielraum mehr hat.

Achtung: Ist der Bauschaum einmal fest, gestaltet sich der Ausbau des Rohrs schwierig. Achten Sie außerdem auf Stromleitungen, bevor Sie die Wand aufbohren.

2) Sie rufen einem Gas-/Wasserinstallateur und lassen das Rohr wieder ordnungsgemäß befestigen. Dies ist die teurere, aber nachhaltigere Lösung.

Rauschen in der Wasserleitung

Ertönt in der Wasserleitung dauerhaft ein Rauschen, sollten Sie zuerst die Armaturen prüfen. Schließen Sie alle Entnahmestellen und sehen Sie nach, ob die Wasseruhr weiterläuft.

Wenn ja, weist dies auf ein Leck in einer Wasserleitung hin.

Nun heißt es schnell handeln und einen Experten rufen, bevor zu viel Wasser austritt und einen Schaden verursacht.

Das defekte Rohr muss unverzüglich wieder abgedichtet werden.

Tipp: Störende Geräusche vermeiden mit der richtigen Geräuschklasse

Wussten Sie, dass Armaturen je nach Lautstärke in verschiedene Geräuscheklassen eingeteilt werden?

Dies ist ein Kriterium, auf das lärmempfindliche Hausbesitzer beim Kauf besonders achten sollten. Alles über die verschiedenen Geräuschklassen erfahren Sie hier.

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