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Leitungswasser stinkt? 5 mögliche Ursachen (+Lösungen)

Leitungswasser strömt in Deutschland normalerweise in Trinkwasserqualität aus unseren Armaturen.

Wichtig zu wissen ist, dass sauberes Trinkwasser ohne Schadstoffe und Verunreinigungen geruchlos ist.

Deshalb deutet stinkendes oder auch nur halbwegs unangenehm riechendes Leitungswasser oft auf ein Problem hin, das Sie schnellstmöglich beheben sollten.

In diesem Artikel erfahren Sie, was als Ursache für stinkendes Leitungswasser in Frage kommt und wie Sie das Problem lösen können.

5 Gründe, warum Ihr Leitungswasser stinkt

Leitungswasser stinkt

1. Wasserversorgung

Grundsätzlich kann es natürlich sein, dass das Problem ganz am Anfang, also an der Quelle, zu finden ist.

Dass der städtische Wasserversorger Ihnen übel riechendes Wasser liefert, ist zwar so gut wie ausgeschlossen, da Trinkwasser in Deutschland von den Versorgern streng kontrolliert wird.

Allerdings ist in Deutschland der Einsatz von Chlor als Desinfektionsmittel in der Wasseraufbereitung erlaubt – wenngleich der Einsatz in Deutschland viel seltener geschieht als in anderen Ländern und zudem streng reguliert ist.

Sollte Ihr Leitungswasser also nach Chlor riechen, könnte die Ursache bei Ihrem örtlichen Versorger liegen.

Gesundheitliche Bedenken müssen Sie dann zwar nicht haben, dennoch können Sie im Zweifel aber natürlich bei Ihrem Versorger anrufen und das Problem schildern.

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihr Leitungswasser beispielsweise aus einem Brunnen beziehen.

Da in einem solchen Fall keine Kontrollen und Tests durchgeführt werden, kann es dort an der Quelle zu Verunreinigungen kommen.

Verwesende Pflanzen oder Tiere in Ihrer Wasserquelle kontaminieren somit Ihre gesamte Wasserversorgung.

2. Leitungen & Rohre

Insbesondere alte oder beschädigte Wasserleitungen und Rohre können die Ursache für riechendes Leitungswasser sein.

Das betrifft sowohl die Leitungen im Haus oder der Wohnung als auch die öffentlichen Zuleitungen unter der Straße.

Tatsächlich sind Beschädigungen oder Ablagerungen im Leitungssystem viel öfter für stinkendes Wasser verantwortlich als die Quelle der Wasserversorgung.

Wenn beispielsweise die Zinkbeschichtung alternder Eisenrohre sich mit der Zeit auflöst, gehen nicht nur Zink, sondern anschließend auch Eisenverbindungen wie Eisenoxid ins Trinkwasser über.

Diese können manchmal zwar sogar mit dem bloßen Auge erkannt werden als Partikel (beispielsweise in einem Wasserglas), das ist jedoch nicht immer der Fall.

Zwar können Menschen gewisse Metalle riechen (mehr dazu weiter unten), allerdings könnte eine Vielzahl von Metallen in Ihrem Trinkwasser sein, die völlig geruchlos sind.

3. Warmwasserspeicher

Ein defekter oder verunreinigter Warmwasserspeicher (auch Boiler genannt), kann ebenfalls die Ursache des Geruchsproblems sein.

Relativ schnell auf den Heißwasserspeicher eingrenzen lässt sich das Problem, wenn ausschließlich das heiße Wasser stinkt, nicht jedoch das kalte Wasser.

Beispielsweise kann es dazu kommen, dass sich ein bakterieller Biofilm im Inneren des Warmwasserspeichers bildet, der für den Geruch sorgt.

4. Armatur & Anschlüsse

Auch das Alter und vor allem die Qualität der verwendeten Armatur spielt eine Rolle und kann bei Verschmutzung im Inneren der Kartusche zur Beeinträchtigung der Wasserqualität führen.

Auch minderwertige Dichtungen, die eventuell Weichmacher oder Kohlenwasserstoffe enthalten, können riechende Chemikalien ins Wasser absondern.

Achten Sie deshalb darauf, dass Sie nur Armaturen und Anschlussschläuche verwenden, welche zertifiziert sind nach deutschen Trinkwassernormen.

5. Wasserfilter verschmutzt

Wenn Sie einen Wasserfilter an der Zapfstelle oder sogar für die gesamte Wohnung bzw. einen Hauswasserfilter oder Wasserenthärter nutzen, kann dieser durch Verunreinigungen ebenfalls den Geruch erzeugen.

Wechseln Sie in diesem Fall die Filterkartusche oder das Enthärtergranulat und reinigen Sie den Filter gründlich.

Warum stinkt das Wasser aus dem Duschkopf?

Ein Sonderfall ist, wenn ausschließlich Ihr Duschwasser stinkt, Leitungswasser aus anderen Entnahmestellen hingegen nicht.

In diesem Fall könnten natürlich die Leitungen beeinträchtigt sein, die direkt die Dusche versorgen – das ist allerdings unwahrscheinlich.

Höchstwahrscheinlich sind stattdessen der Duschkopf oder der Duschschlauch die Ursache.

Entweder sind diese bereits sehr alt, verkalkt und verdreckt, wodurch sich mit der Zeit Bakterien abgelagert haben, die den Geruch verursachen.

Oder aber es handelt sich um minderwertige Produkte, bei denen das Material an sich stinkt.

In beiden Fällen sollte ein Austausch des Duschkopfes und gegebenenfalls des Schlauches für Abhilfe sorgen.

Wie löse ich das Problem des stinkenden Wassers?

Um das stinkende Leitungswasser los zu werden, müssen Sie zuerst herausfinden, was genau das Problem ist.

Denn wie Sie weiter oben gesehen haben, kommen viele verschiedene Ursachen in Frage, die jeweils eine andere Lösung erfordern.

Führen Sie deshalb zunächst folgende Schritte durch, um die Ursache des stinkenden Leitungswasser zu finden oder zumindest einzugrenzen:

1. Geruchsanalyse

Verreiben Sie das Wasser in Ihren sauberen Händen und achten Sie darauf, wonach das Leitungswasser genau riecht.

Dass Menschen Metall an sich riechen können, ist zwar ein weit verbreitetet Irrglaube – Metalle sind nämlich geruchlos.

Was wir allerdings sehr wohl riechen können, sind bestimmte chemische Verbindungen, die manche Metalle bei Hautkontakt bilden – Eisen, Kupfer und Stahl beispielsweise.

Deshalb ist der Hautkontakt hier entscheidend.

Es ist sehr wichtig und extrem hilfreich bei der Ursachenfindung, den Geruch einzuordnen.

Riecht das Leitungswasser metallisch?

Dann deutet es auf Probleme mit dem Leitungs- oder Rohrsystem hin.

Riecht das Wasser faulig oder modrig?

Dann könnten verwesende organische Materie (Pflanzen oder Tiere) in Frage kommen, obwohl das unwahrscheinlich ist.

Außerdem kann ein Problem oder Defekt bei der Abwasserinstallation dazu führen, dass dieses in den Frischwasserkreislauf gerät – was schnellstmöglich behoben werden muss!

Eine häufige Ursache für fauligen Trinkwassergeruch sind zudem Schwefelverbindungen, die uns an faule Eier erinnern.

2. Ort eingrenzen

Stinkt das Wasser nur an einer Entnahmestelle?

Oder tritt das Problem an allen Wasserhähnen, Duschen, etc. auf?

Wenn das übel riechende Wasser beispielsweise nur aus einem Wasserhahn fließt, alle anderen Zapfstellen jedoch geruchloses Wasser liefern, dann können Sie ein Problem an der Trinkwasserquelle oder am gesamten Leitungssystem so gut wie ausschließen.

Stattdessen ist dann sehr wahrscheinlich die betroffene Armatur direkt, oder die „letzten Meter“, der zuführenden Wasserleitungen die Ursache.

3. Zeit eingrenzen

Einen wichtigen Hinweis auf die Ursache kann auch geben, wann das Wasser riecht.

Stinkt das Wasser nur direkt nach dem Öffnen des Wasserhahns, oder auch bei langem Laufenlassen?

In ersten Fall ist ein Problem an der Quelle auszuschließen und die Ursache eher im häuslichen Leitungssystem zu finden.

Insbesondere dann, wenn das Leitungswasser nach langer Standzeit in den Rohren riecht, nach kurzer Zeit des Laufenlassens dann aber nicht mehr, deutet das auf alte oder verunreinigte Leitungen hin.

Riecht es nur wenige Sekunden, können sogar minderwertige Anschlussschläuche der Armatur die Ursache sein.

Achten deshalb darauf, nur zertifizierte Armaturen und Schläuche zu verwenden (z.B. DVGW oder KTW Zertifizierung).

Riecht das Wasser immer übel, oder nur an manchen Tagen oder bestimmten Uhrzeiten?

Es kann beispielsweise sein, dass Ihr Wasserversorger nur gelegentlich Chlor zur Desinfektion einsetzt, und Sie deshalb nur manchmal einen Chlorgeruch wahrnehmen.

4. Heiß- und Kaltwasser betroffen?

Testen Sie, ob ausschließlich heißes oder kaltes Wasser vom Geruch betroffen sind, indem Sie zunächst das Kaltwasser für einige Momente strömen lassen.

Schließen Sie danach vollständig die Kaltwasserzufuhr und öffnen dann vollständig das Heißwasser.

Riecht nur das Heißwasser, können Sie die Frischwasserzufuhr vom Versorger sowie das hausinterne Leitungsnetz als Ursachen ausschließen.

Stattdessen liegt das Problem dann sehr wahrscheinlich an Ihrer zentralen Warmwasserversorgung – oder falls Sie dezentral Wasser erwärmen – am Boiler oder Durchlauferhitzer.

5. Trinkwasserfilter nutzen

Hochwertige Trinkwasserfilter sind in der Lage, nahezu alle organischen Verbindungen sowie Schwermetalle aus dem Trinkwasser zu entfernen.

Wenn bei Ihnen also kein schwerwiegendes Problem an der Wasserinstallation oder unübliche Verunreinigungen die Ursache für das stinkende Leitungswasser sind, können Trinkwasserfilter die Lösung sein.

Beispiel: Ihr Wasser riecht und schmeckt metallisch aufgrund alter Wasserleitungen.

Oder Ihr Wasserversorger nutzt Chlor zur Wasseraufbereitung und Sie stört der chlorige Geruch und Geschmack.

In beiden Fällen leisten hochwertige Trinkwasserfilter auf Aktivkohlebasis ganze Arbeit.

Erfahren Sie hier mehr, welche Wasserfilter wozu geeignet sind.

6. Trinkwasseranalyse durchführen

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie im Zweifel eine Wasseranalyse durchführen.

Eine Trinkwasseranalyse gibt Aufschluss darüber, welche organischen und anorganischen Bestandteile im Wasser vorhanden sind und welche davon den Geruch verursachen.

Natürlich können Sie sich bei Ihrem Wasserversorger nach den Ergebnissen der Tests erkundigen, die der Versorger vor Ort regelmäßig selbst vornimmt.

Allerdings liegt das Problem oft gar nicht beim Versorger, sondern irgendwo auf dem langen Weg des Wassers zu Ihrem Wasserhahn.

Deshalb ist meist eine Analyse des Wassers direkt an der Entnahmestelle notwendig:

Zum einen können Sie sich dafür Testkits online bestellen und den Test Zuhause durchführen.

Ausführlicher und im Zweifel sicherer sind Test durch spezielle Labore. Dort schicken Sie eine Wasserprobe hin und diese analysieren sie für Sie.

Insbesondere, wenn Sie Ihr Wasser nicht vom öffentlichen Wassernetz, sondern beispielsweise aus einem Brunnen beziehen, sollten Sie die Wasserqualität testen lassen.

7. Fachmann kontaktieren

Sollten Sie dem Problem bisher nicht auf den Grund gekommen sein, sollten Sie in jedem Fall einen Experten beauftragen.

Als Mieter sollten Sie unbedingt Ihren Vermieter einschalten und sich darum kümmern lassen, da er dafür zuständig ist (und in aller Regel auch die Kosten zu übernehmen hat).

Idealerweise informieren Sie ihn direkt am Anfang, wenn Ihnen das Problem auffällt.

Aber egal, ob als Mieter oder Eigentümer, die vorab durchgeführten Schritte zur Problemeingrenzung werden auch dem Fachmann hilfreich sein.

Ist stinkendes Leitungswasser ungesund?

Ob übel riechendes Leitungswasser bedenkenlos getrunken werden kann oder gesundheitsschädlich ist, hängt in erster Linie davon ab, was die Ursache des Geruchs ist.

Der menschliche Körper ist allerdings nicht ohne Grund mit einer Ekelreaktion ausgestattet.

Letztendlich schützt uns diese davor, stinkendes – und möglicherweise schädliches – Wasser zu trinken.

Insbesondere, wenn durch Fäulnis im Wasser vorhandene Bakterien, Schwefelverbindungen oder gar Verunreinigungen durch Abwasser die Ursache des üblen Geruchs sind, kann eine Gesundheitsschädigung durch Trinken dieses Wassers nicht ausgeschlossen werden.

Abkochen kann zwar einige dieser Gefahren – insbesondere bakterielle Verunreinigungen – neutralisieren.

Anorganische Schadstoffe wie Schwermetalle oder Schwefelverbindungen lassen sich aber nicht „abkochen“.

Andererseits heißt es im Umkehrschluss auch nicht, dass riechendes Wasser immer gesundheitsschädlich wäre – mit Chlor desinfiziertes Wasser riecht beispielsweise, stellt aber bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte keine Gefahr dar.

Insofern sollten Sie auf Nummer sicher gehen und stinkendes Leitungswasser keinesfalls trinken, sondern zuerst die Ursache ausfindig machen und eine Trinkwasseranalyse durchführen lassen.

Ist riechendes Leitungswasser schädlich für Armatur oder Rohre?

Ob die wasserführenden Leitungen und Rohre durch stinkendes Wasser beschädigt werden, hängt ebenfalls von der Ursache des Geruchs ab.

Riecht das Wasser beispielsweise faulig oder modrig (wie faule Eier oder Verwesung), ist höchstwahrscheinlich Schwefelwasserstoff die Ursache oder zumindest involviert.

Schwefelwasserstoff ist nicht nur übelriechend und giftig, sondern auch korrosiv. Es reagiert stark mit Eisenionen zu unlöslichen Sulfiden und zersetzt damit Wasserleitungen aus Eisen.

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