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Warum die Dusche abdichten? 6 gute Gründe (& wichtige Infos)

Eine Dusche sachgemäß abzudichten, ist natürlich mit etwas Aufwand verbunden.

Lohnt sich dieser überhaupt? Muss ich wirklich unbedingt meine Dusche abdichten?

Wie wir in diesem Artikel sehen werden, ist das Abdichten des Duschbereichs keine Wahl, sondern Pflicht.

Davon abgesehen führen nicht abgedichtete Duschen praktisch immer zu einer ganzen Reihe von aufwändigen und teuren Problemen, die sich mit ordnungsgemäßem Abdichten dauerhaft und recht günstig vermeiden lassen.

Was genau muss überhaupt abgedichtet werden?

Warum die Dusche abdichten

Wenn von „die Dusche abdichten“ geredet wird, sind grundsätzlich 2 verschiedene Aspekte gemeint:

  1. Die Abdichtung des Badezimmers zwischen dem eigentlichen Mauerwerk auf der einen Seite und den Wandfliesen sowie dem Boden der Dusche auf der anderen Seite.
  2. Die sichtbare Abdichtung mittels Dichtmitteln wie Silikon oder Acryl. Damit werden Fugen, Übergänge und Kanten zwischen Duschkabine, Trennwänden, Duschwanne usw. hin zum Boden oder der Wand abgedichtet.

Wichtig ist zu wissen, dass beide Aspekte erforderlich sind – es handelt sich hier also nicht um „entweder oder“.

Der erste Schritt, also die grundlegende wasserdichte Isolierung der Nasszelle erfolgt dementsprechend schon vor bzw. während der Installation der Dusche.

Grundsätzlich müssen alle Wand- und Bodenbereiche vollständig abgedichtet werden, die Spritz- und Reinigungswasser ausgesetzt sind.

Im Bad betrifft das also den Dusch- und Badewannenbereich (nicht jedoch das Waschbecken). Der Duschbereich muss mindestens 2 Meter über Fußboden vollständig mit Dichtmasse abgedichtet werden.

Gleiches gilt für den Boden unter der Dusche, der zuverlässig gegen Durchfeuchtung der darunterliegenden Bausubstanz geschützt werden muss.

6 Gründe, die Dusche abzudichten

1. Es ist Vorschrift

Wussten Sie, dass auch in Deutschland vor gar nicht allzu langer Zeit Nassräume wie Duschbereiche generell nicht besonders abgedichtet wurden?

Lediglich Silikon wurde als Dichtungsmasse in den Fugen verwendet. Und weil Silikon eine sogenannte „Wartungsfuge“ ist und undicht wird, dringt früher oder später Wasser durch.

Wenn dann – wie früher üblich – keine wasserdichte Isolierung hin zu Wand und Boden vorhanden ist, saugt das Mauerwerk sich mit Wasser voll.

Dies führt dann unter anderem zu Wasserschäden, nassen Wänden und Schimmelbildung – auch in angrenzenden Räumen.

Um derartiges zu verhindern, wurden verschiedene Normen und Vorschriften eingeführt. In Deutschland sind diese geregelt durch den „Zentralverband Deutsches Baugewerbe“ im sogenannten ZDB-Merkblatt.

Die Pflicht zum ordnungsgemäßen Abdichten von Nassräumen – speziell von Duschen und Badewannen – ist in der DIN 18534 festgelegt.

In Österreich regelt es analog die ÖNORM B 2207, in der Schweiz das SPV-Merkblatt und auf europäischer Ebene die ETAG 022.

Daraus geht auch hervor, dass Dichtstoffe wie Silikon nicht ausreichen! Sie zählen lediglich als Schönheits- oder Wartungsfugen.

2. Wasserschäden

Auch wenn eine geflieste Dusche wasserdicht aussieht – dieser Schein trügt. Zwar sind die Fliesen an sich wasserdicht, aber ihr Schwachpunkt sind die Fugen.

Denn mit der Zeit werden diese porös, rissig, und damit undicht – mit der Folge, dass Wasser oder schlichtweg Feuchtigkeit in darunter liegende Schichten vordringt.

Ohne einen wasserdichten Untergrund zwischen dem Duschboden und den Wandfliesen auf der einen und dem Mauerwerk auf der anderen Seite, würde das Wasser ungehindert in die Bausubstanz vordringen.

Dies kann unter anderem zu kostspieligen und aufwändig zu behebenden Wasserschäden führen.

3. Schimmelbildung

Dauerhaft feuchte Wände führen fast immer zu Schimmelbildung. Natürlich ist das Badezimmer dafür ohnehin besonders gefährdet, aufgrund der hohen relativen Luftfeuchtigkeit.

Zu hoher Luftfeuchtigkeit im Bad kann aber sehr effektiv entgegengewirkt werden – beispielsweise durch regelmäßiges Abziehen der Dusche und lüften.

Wenn jedoch eine nicht oder nur unzureichend abgedichtete Dusche dazu führt, dass das durchsickernde Wasser das Mauerwerk durchnässt, dann reichen Abziehen und lüften nicht mehr aus.

In diesem Fall ist muffiger Geruch und sogar Schimmelbildung fast unausweichlich – oft auch in angrenzenden Räumen.

Großflächig schimmelige Wände sind nicht nur eine potenzielle Gesundheitsgefahr. Sie sind auch nur schwierig und mit viel Aufwand wieder vollständig loszuwerden – oftmals sind Spezialisten dafür erforderlich.

4. Abfallende Fliesen

Im ungünstigsten Fall kann dauerhafte Feuchtigkeit hinter den Fliesen diese mit der Zeit abfallen lassen. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass Sie durch eine sich ablösende Fliese verletzt werden.

Dennoch ist es keine schöne Überraschung, kurzfristig diesen Schaden beheben zu müssen. Denn mit fehlenden Fliesen ist die Dusche quasi unbenutzbar.

Ganz davon abgesehen natürlich, dass in so einem Fall ohnehin das Grundproblem angegangen werden sollte und eine vollständige Abdichtung des Untergrundes ansteht – eine Renovierung der Dusche also.

5. Korrosion

Dauerhafte Feuchtigkeit zwischen Fliesen, Duschwanne und dem Mauerwerk kann auch die dort befindliche metallische Baukomponenten rosten lassen.

Das können beispielsweise hinter der Wand verlaufende Rohre sein, aber auch andere Bauteile aus Metall.

Diese ersetzen zu müssen, weil sie verrostet sind, ist nicht nur ärgerlich, sondern sehr aufwändig.

6. Schutz des übrigen Bades

Dieser Punkt betrifft diesmal nicht die unsichtbare Abdichtung des Untergrundes hinter den Wandfliesen und unter dem Duschboden – sondern den sichtbaren Dichtungen im Bad, wie:

  • Dichtlippen an Duschtüren
  • Abdichtungskanten über und unter Duschtrennwänden
  • Dichtungsfugen zwischen dem Duschbereich und dem übrigen Bad (bei unterschiedlichen Bodenbelägen)

Schließlich ist es nicht unüblich, dass manche Bäder beispielsweise Laminat, Parkett oder Holzböden außerhalb des Duschbereiches haben.

Wenn Sie also beispielsweise eine geflieste begehbare Dusche haben, die an einen Holzfußboden angrenzt, sollten Sie den Belagsübergang abdichten, um das empfindlichere Holz vor Nässe zu schützen.

Aber selbst, wenn Ihr komplettes Bad gefliest ist, haben Sie wahrscheinlich dennoch Holzmöbel oder andere Einrichtungsgegenstände im Bad, die nicht unbedingt nass werden sollten.

Eine ordentliche Abdichtung des Dusche sorgt dafür, dass sowohl Spritzwasser als auch eventuell herauslaufendes Wasser nicht dort hingelangt, wo es nicht sein sollte.

Gibt es Duschen, die nicht abgedichtet werden?

Nein, die Pflicht zur Abdichtung besteht völlig unabhängig davon, welche Art von Dusche verwendet wird.

Sobald es sich um eine sogenannte Nasszelle handelt (zu denen Duschen und Badewannen zählen), verpflichtet die weiter oben genannte DIN Norm zu einer vollständigen Abdichtung des Untergrundes.

Selbst, wenn Sie gar keine Dusche installiert hätten und sich beispielsweise nur regelmäßig mit einem Eimer Wasser oder Schlauch im Bad duschen würden, würde es sich ebenso um eine Nasszelle handeln.

Und somit müsste deren Untergrund und Wandfliesen vollständig gegen Feuchtigkeit und eindringendes Wasser abgedichtet werden.

Womit werden Duschen abgedichtet?

Die Abdichtung des Untergrundes hinter der Wand sowie unter dem Duschboden erfolgt in aller Regel mit folgenden Materialien:

  • Dichtungsmasse – dies sind häufig flüssige oder streichfähige Verbundabdichtungen, aber auch Dichtungsmatten
  • Dichtbänder – werden an allen vertikalen und horizontalen Kanten angebracht
  • Dichtecken – vorgefertigte Module zur Abdichtung aller Ecken
  • Dichtmanschetten – werden über alle Wasseranschlüsse und Abflüsse gestülpt
  • Fugenmörtel – um die Fugen zwischen den Fliesen zu schließen
  • Silikon – zur Abdichtung aller äußeren Übergänge, Kanten und Fugen

Das folgende Video gibt einen kurzen Überblick, wie die verschiedenen Dichtungsmaterialien verwendet werden:

Wie lange halten Duschabdichtungen?

Um die Lebensdauer der Untergrundabdichtung einer Dusche brauchen Sie sich in aller Regel keine Sorgen machen.

Hochwertiges Dichtungsmaterial und fachmännisches Vorgehen beim Anbringen der Grunddichtung vorausgesetzt, wird diese auch nach vielen Jahren nicht undicht.

Anders sieht es bei den oberflächlichen Dichtungen aus – dem Fugenmörtel zwischen den Fliesen und vor allem den Silikonfugen.

Silikonfugen heißen nicht ohne Grund Wartungsfugen – eine regelmäßige Erneuerung stehen normalerweise alle 1 bis 2 Jahre an.

Dabei ist wichtig zu beachten, dass Silikonfugen – anders als Fliesenmörtel – nicht punktuell ausgebessert werden können, sondern stets komplett erneuert werden müssen.

In diesem Artikel haben wir übrigens weitere Tipps für Sie, wie Sie Ihre Silikonfugen dicht halten.

Generell können Sie die Lebensdauer der äußeren Dichtungen verlängern, indem Sie sie gut pflegen: insbesondere regelmäßig reinigen (mit milden Reinigern!) und nach dem Duschen trocken halten, um Schimmel vorzubeugen.

Fazit

Die ordentliche Abdichtung der Dusche ist entscheidend, wenn Sie eine ganze Reihe an gravierenden Problemen vermeiden wollen.

Und dabei ist der Wasserschaden lange nicht das Einzige, was aufgrund einer fehlenden oder unzureichenden Abdichtung passieren kann.

Alle Folgeprobleme einer vernachlässigten Abdichtung sind zudem fast immer nur aufwändig und teuer zu beheben.

Auf der anderen Seite ist die sachgemäße Abdichtung der Dusche weder besonders teuer, noch übermäßig komplex – und kann sogar von Heimwerkern durchgeführt werden.

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