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Warum die Dusche abziehen? 6 gute Gründe (+praktische Tipps)

Die tägliche Dusche genießen wir alle – ist sie doch angenehm und entspannend.

Doch im Anschluss alles trockenziehen zu müssen? Das machen wohl die wenigsten von uns gern.

Insofern ist die Frage verständlich, ob das denn wirklich notwendig ist – und wenn ja, warum.

Wie wir im Folgenden allerdings sehen werden, gibt es einige sehr gute Gründe, die für das tägliche Abziehen der Dusche sprechen.

Welche das sind, und was Sie darüber hinaus beachten sollten sowie hilfreiche Tipps, sehen wir uns jetzt an!

6 Gründe, warum Sie Ihre Dusche abziehen sollten

Warum die Dusche abziehen

1. Vermeidung von Kalkflecken

Nach dem Duschen sind die Innenseiten der Dusche bekannterweise komplett nass, das wissen wir alle.

Doch selbst, wenn wir die Dusche nicht abziehen oder anderweitig trocknen, ist sie in aller Regel spätestens am nächsten Tag trocken (wenn niemand zwischenzeitlich erneut geduscht hat).

Warum sollte ich also den Mehraufwand betreiben, die Dusche extra trocken abzuziehen?

Ganz einfach: wenn Sie die Wasserflecken sich selbst überlassen, verdunsten diese natürlich auch von alleine.

Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kann das sogar recht schnell gehen, oder auch mehrere Stunden dauern.

Das Problem an dieser Methode: obwohl die Wassertropfen an sich zwar verdunsten, gilt das nicht für die darin enthaltenen Mineralien und andere gelöste Stoffe.

Kalk – die umgangssprachliche Bezeichnung für Kalziumkarbonat (CaCO3) – macht einen großen Teil dieser im Leitungswasser gelösten Stoffe aus.

Und nachdem die Wassertropfen in der Dusche verdunstet sind, bleibt eben dieses Kalziumkarbonat als die unbeliebten „Kalkflecken“ zurück.

Wenn Sie die Dusche direkt im Anschluss abziehen, vermeiden sie fast vollständig die Bildung von Kalkflecken. Denn wo kein Wasser verdunstet, bleibt auch kein Kalk zurück.

2. Weniger Putzen

Jeder Badbesitzer wird nur zu gut wissen, wie hartnäckig Kalk sein kann.

Unter Umständen kann es einiges an Scheueraufwand und teilweise sogar den Einsatz mehr oder weniger aggressiver Reinigungsmittel erfordern, bis wieder alles blitzt und blankt.

Indem Sie übermäßiger Kalkbildung durch regelmäßiges Abziehen und Trocknen vorbeugen, verringern Sie den späteren Aufwand beim Putzen der Dusche deutlich.

Denn zum einen lassen sich ein paar vereinzelte Kalkflecken wesentlich einfacher und schneller entfernen, als eine dicke, durchgängige Kalkschicht.

Zum anderen verlängern Sie damit auch den Zeitraum, bis die nächste Putzaktion wieder notwendig wird.

Ihre Dusche bleibt also länger kalkfrei – und wenn eine Reinigung nötig ist, geht diese wesentlich schneller.

3. Mehr Hygiene

Wussten Sie, dass eine Kalkschicht anderen Schmutzpartikeln, aber auch Bakterien eine tolle Haftungsgrundlage bietet?

Weil Kalkflecken unter dem Mikroskop eine poröse und raue Oberfläche offenbaren, sammeln und vermehren sich dort hervorragend Schmutz und potentielle Krankheitserreger.

Auf glatten, kalkfreien Oberflächen hingegen finden diese deutlich weniger Möglichkeiten, sich anzuhaften.

Obwohl also Kalkflecken in der Dusche und die darauf zu findenden Keime im Normalfall kein akutes Gesundheitsrisiko darstellen, kann es dennoch nützlich sein, sich dessen zumindest bewusst zu sein.

4. Geringeres Risiko für Schimmel

Schimmel in der Dusche ist nicht nur unansehnlich, sondern ist zudem unhygienisch und kann sogar gesundheitsgefährdend sein.

Wichtig zu wissen ist hierbei allerdings, dass die Kalkflecken an sich in aller Regel nicht die Ursache für Schimmelbildung sind.

Auch sind Kalkflecken normalerweise nicht der Ort, wo sich Schimmel bevorzugt bildet – das sind eher die Silikonfugen oder der Fugenmörtel.

Was hat Schimmel also mit dem Abziehen der Dusche zu tun?

Die Antwort liegt in der Luftfeuchtigkeit des Badezimmers.

Wenn Sie Ihre Dusche nicht abziehen, sondern das Wasser von alleine über Stunden verdunsten lassen, dann sorgt dieses verdunstende Wasser auch über Stunden für hohe relative Luftfeuchtigkeit.

Zwar ist die weitläufig verbreitete Behauptung, dass Schimmelbildung hohe Luftfeuchtigkeit erfordert, falsch. Denn genau genommen können (Schimmel-) Pilze kein Wasser aus der Luft aufnehmen, sondern sind auf vorhandenes Wasser in ihrem Substrat (Nährboden) angewiesen.

Dennoch ist an dem Richtwert, dass dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit von über 60-70% Schimmelbildung in Räumen begünstigt, nicht unbegründet.

Denn unter solchen Bedingungen bildet sich schnell Kondenswasser, was dann vom Untergrund (z.B. den Wänden, Fugen, etc.) aufgenommen werden kann – und damit tolle Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze darstellt.

Indem Sie Ihre Dusche abziehen, steht deutlich weniger Wasser zum Verdunsten bereit, wodurch die Luftfeuchtigkeit weniger stark ansteigen kann.

Wenn Sie zudem noch kurz durchlüften nach der Dusche, sollten Sie Schimmel erfolgreich zuvorkommen.

5. Angenehmere Raumluft

Dieser Punkt hängt direkt mit der eben erwähnten Luftfeuchtigkeit zusammen.

Ein feucht-warmes Badezimmer mit nahezu 100% Luftfeuchtigkeit und von Spiegeln und Wänden tropfendem Kondenswasser finden wenige Menschen angenehm.

Vielmehr fühlen sich die meisten in solchen Bedingungen an eine Bio-Dampfsauna erinnert.

Bei empfindlichen Personen oder Asthmatikern kann solch warm-feuchte Luft sogar zu Atembeschwerden und Unwohlsein führen.

Generell ist für alle Menschen besonders im Sommer oder allgemein hohen Temperaturen weniger feuchte Raumluft wesentlich angenehmer zu ertragen.

6. Ansprechendes Aussehen

Dies mag zwar nicht für jedermann der wichtigste Aspekt sein, aber sind wir doch Mal ehrlich:

Eine durch Kalkflecken stumpf und alt aussehende Dusche finden wohl die wenigsten Badbesitzer wirklich attraktiv.

Regelmäßiges Trocknen direkt danach lässt Ihre Dusche lange funkeln und neu wie am ersten Tag erstrahlen.

Sollte man nur die Glaswand oder auch die Fliesen abziehen?

Egal, ob Sie eine Duschkabine haben oder eine begehbare Dusche mit Trennwand, die Glas- oder Acrylscheiben sollten natürlich trockengezogen werden.

Doch damit nicht genug: Auch die Wandfliesen sollten Sie abziehen, denn auch dort bilden sich sonst Kalkflecken.

Tatsächlich bilden sich Kalk- und Schmutzablagerungen auf den eher rauen Fliesenoberflächen sogar noch wesentlich schneller als auf glattem Glas oder Acryl (nur sieht man sie in der Regel bei Letzteren einfach eher).

Zudem werden die übrigen Aspekte, die wir eingangs besprochen haben (hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelbildung, etc.) natürlich auch durch Wasser an den Fliesen verursacht.

Und auch den Boden sollten Sie nicht vergessen. Dafür eignet sich ein spezieller Bodenabzieher übrigens deutlich besser als ein Handabzieher.

Wie oft sollte ich die Dusche abziehen?

Idealerweise machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Dusche täglich – bzw. nach jedem Duschvorgang – abzuziehen.

Zum einen erhalten Sie damit die maximalen Vorteile, die wir eingangs detailliert besprochen haben.

Zum anderen ist die Gewohnheit an sich vorteilhaft. Denn so wird das Abziehen relativ schnell zum geübten, automatischen Ablauf, der weder Anstrengung erfordert, noch vergessen wird.

Ganz ähnlich, wie Sie sich nach dem Duschen mit einem Handtuch abtrocknen – es gehört quasi zur Duschroutine dazu.

Falls Sie dennoch Ihre Dusche nicht jedes Mal abziehen wollen, wäre der nächstbeste Ratschlag: so oft wie möglich.

Allerdings müssen Sie dann mit mehr Nachteilen (siehe Anfang des Artikels) rechnen, wie beispielsweise häufigerem Putzen.

Eine Besonderheit und mögliche Ausnahme gibt es jedoch:

Sie leben entweder in einer Gegend mit sehr weichem (kalkarmem) Wasser, oder entkalken eventuell per Hauswasserfilter Ihr Leitungswasser.

In diesem Fall haben Sie zumindest nicht – oder deutlich weniger – mit Kalkflecken und deren unangenehmen Folgen zu kämpfen, wenn Sie Ihre Dusche nicht regelmäßig abziehen.

Einige der anderen eingangs genannten Nachteile (Luftfeuchtigkeit, Schimmel, etc.) bleiben Ihnen aber auch dann wohl nicht erspart.

Wie ziehe ich die Dusche richtig ab?

Bevor Sie die Dusche abziehen ist es empfehlenswert, zum Ende des Duschvorgangs kurz alle Seiten mit klarem Wasser abzuspülen.

So entfernen Sie Seifen- und Schmutzreste, was generell hilft, die Dusche einfacher und länger sauber zu halten. Außerdem verschmieren Sie so keine Schmutz- und Seifenreste mit dem Abzieher.

Bei der eigentlichen Abzieh-Technik gibt es kein wirkliches richtig oder falsch – solange die Wände anschließend möglichst trocken sind.

Nicht empfehlenswert ist lediglich, von unten nach oben abzuziehen, da dann logischerweise Wassertropfen später wieder an der Wand herunterlaufen würden. Also immer schön von oben nach unten.

Beliebte Abzieh-Techniken sind entweder vertikal von oben nach unten, wobei Sie sich dann seitlich vorarbeiten.

Oder Sie starten oben und ziehen dann horizontal von links nach rechts in einer Schlängelbewegung bis nach unten ab.

Tipp: Ziehen Sie nicht nur die Dusche und Wände ab, sondern trocknen Sie zusätzlich auch die Armaturen täglich mit einem weichen Tuch oder Lappen ab.

Viele Leute tun das nicht, aber es ist äußerst empfehlenswert und erspart Ihnen langfristig viel Arbeit. Denn so bleiben die Armaturen lange kalkfrei und blitzblank.

Gibt es Duschen, die man nicht abziehen muss?

Es gibt Duschen, Fliesen und Duschwände, die einen sogenannten Lotuseffekt – also Abperleffekt haben.

Aber machen wir uns nichts vor, auch diese sind kein Selbstläufer und bedeuten nicht, dass Sie nie wieder die Dusche abziehen oder reinigen müssen.

Außerdem gibt es spezielle Nano-Versiegelungen, mit denen Sie Duschkabinen aus Glas und Acryl, Fliesen und auch Armaturen mit einem Lotuseffekt versehen können.

Ob diese Mittel den Preis wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Außerdem ist zu beachten, dass es sich dabei um Chemikalien handelt, die mit Vorsicht zu handhaben und oft sehr reizend sind.

Eine andere, günstigere Möglichkeit ist, herkömmlichen Klarspüler oder Weichspüler zu verwenden.

Aber aus Sichtpunkten der Umweltverschmutzung ist es fraglich, ob dieses Mehr an Chemikalien im Abwasser wirklich notwendig und sinnvoll ist.

Ein schnelles Abziehen und Trockenreiben per Hand ist ebenso schnell gemacht – und 100% umweltfreundlich.

Welche Alternativen zum Abziehen gibt es?

Eine Alternative wäre natürlich zum einen, gar nicht abzuziehen und alles per Luft trocknen zu lassen – mit allen daraus resultierenden Nachteilen, die wir eingangs beleuchtet haben.

Eine andere Möglichkeit ist, die Duschkabine, Trennwand, Fliesen, Armatur und Boden mit einem Handtuch, Mikrofasertuch oder weichen Lappen trocken zu reiben.

Wenn der genutzte Stoff sauber, saugfähig und flusenfrei ist, geht das genauso schnell und effektiv, wie mit einem Abzieher.

Was, wenn ich einen Duschvorhang habe?

Einen Duschvorhang können Sie natürlich nicht abziehen. In diesem Fall sollten Sie den Tipp von weiter oben beherzigen, den Duschvorhang zum Ende der Dusche kurz mit klarem Wasser abzuspülen.

Anschließend breiten Sie ihn maximal aus, damit er gut trocknen kann und so Stockflecken vermieden werden.

Auch gutes Lüften des Bades ist in diesem Fall besonders wichtig, da Sie sonst um sehr hohe Luftfeuchtigkeit als Folge der Verdunstung nicht herumkommen.

Nichtsdestotrotz sollten Sie den Duschvorhang regelmäßig in der Waschmaschine waschen (die meisten sind waschbar).

Auch werden Sie nicht daran vorbeikommen, in größeren Abständen den Duschvorhang ersetzen zu müssen.

Den Rest der Dusche (Wände, Boden) ziehen Sie dann ganz normal – wie bei jeder anderen Dusche auch – ab. Auch die Armaturen sollten Sie idealerweise trockenreiben.

Fazit

Wir wir gesehen haben, ist das regelmäßige Abziehen der Duschwände und des Bodens nach jeder Dusche natürlich kein Muss.

Aber diese Gewohnheit bietet eine Reihe von Vorteilen, die weit über die Vermeidung von Kalkflecken hinausgehen.

Wenn Sie außerdem noch die Fliesen, Armaturen und den Boden trocknen, haben Sie lange Freude an einer strahlend sauberen, hygienischen Dusche.

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