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Sind Wasserhähne genormt? Alles was Sie wissen müssen

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Diese Frage stellen sich viele Badbesitzer, wenn es Zeit wird, den alten Wasserhahn durch ein neues Modell zu ersetzen.

Wer nicht unnötig Zeit mit dem Ausmessen von Schlauchdurchmessern und Rohrverbindungen verbringen möchte, sollte die gängigsten Größen von Armaturen kennen.

Doch in Deutschland unterliegen Wasserhähne noch vielen anderen Normen – etwa was die maximale Geräuschentwicklung oder die Durchflussmenge betrifft.

Und dann wären da noch Normen und Zertifikate, mit denen Sie eine Billig-Armatur von einem hochqualitativen Produkt unterscheiden können.

Wir verraten Ihnen, welche Unterschiede es gibt, und geben Ihnen einen Überblick über die gängigsten Normierungen im Bereich Armaturen.

Welche Normen gibt es für die Größe von Wasserhähnen?

Wenn Sie einen neuen Wasserhahn anbringen wollen, spielen vor allem zwei Fragen eine Rolle:

  • Passt die Armatur problemlos durch das Loch des Waschbeckens oder der Küchenspüle?
  • Haben die Schläuche der Armatur die richtige Größe für den Wasseranschluss?

Genormte Lochgrößen für Armaturen

Damit die Armatur fest sitzt, müssen die angebrachten Schläuche durch das Loch im Wasch- oder Spülbecken gefädelt werden.

Bei der Vielzahl an Armaturen auf dem Markt wäre es äußerst unpraktisch, immer nachmessen zu müssen.

Das haben sich auch die Hersteller gedacht, und so gibt es glücklicherweise Standardgrößen, die in den meisten Fällen zum Einsatz kommen.

Die meisten Wasch- und Spülbecken besitzen ein Hahnloch mit 35 mm Durchmesser. Dieses ist groß genug für:

Übrigens ist es nicht schlimm, wenn das Hahnloch ein paar Millimeter zu groß ist.

Der Dichtring ist nämlich immer großzügiger bemessen und hält den Wasserhahn auf Spannung. Nur sollten Sie nicht vergessen, die Muttern an der Unterseite der Armatur gut festzuziehen.

Was Sie tun können, wenn der Wasserhahn zu locker ist, verrät Ihnen dieser Artikel.

Genormte Größen für den Wasseranschluss

Damit das Wasser auch fließt, müssen Sie die Schläuche der Armatur an die entsprechenden Eckventile anschließen.

Diese sind zum Glück genormt und weisen meist ein Innengewinde von ½ Zoll Durchmesser auf.

Die Außengewinde der Ventile unterliegen der G 3/8 Norm: Das heißt, der Durchmesser beträgt 3/8 Zoll – passend für die allermeisten Standardarmaturen mit Kupferrohren oder Flex-Schläuchen.

Zwei Einschränkungen gibt es natürlich: Ältere Armaturen und Modelle aus dem Ausland entsprechen unter Umständen nicht dieser Norm.

In solchen Fällen sollten Sie den Durchmesser der Schläuche sicherheitshalber ausmessen und mithilfe dieser Tabelle in Zoll umrechnen.

Weitere Normen für Armaturen

Neben der Größe gibt es noch mehr Normen, denen Wasserhähne unterliegen:

Durchfluss Norm

In Deutschland sind Wasserhähne in verschiedene Durchflussklassen eingeteilt. Diese geben an, wie viel Wasser bei einem Wasserdruck von 3 Bar austritt, wenn die Armatur ganz geöffnet ist.

Durchflussklassen reichen von A (bis 15 Liter/Minute) bis D (maximal 37,8 Liter/Minute). Die meisten heutigen Wasserhähne besitzen die Durchflussklasse A.

Natürlich: Je größer die Durchflussmenge, desto höher die Wasserrechnung.

Wer mit dem kostbaren Nass sparsam umgehen möchte, sollte sich für eine Armatur mit Durchflussbegrenzer oder Perlator entscheiden. Dieses Bauteil sorgt dafür, dass dem Wasserstrahl Luft beigemischt wird.

Die meisten Perlatoren bringen es auf einen Durchfluss von 7–8 Liter/Minute. Teure Durchflussbegrenzer können die Menge sogar auf 3,5 Liter/Minute drosseln.

Dank der beigemischten Luft fühlt sich der Strahl trotzdem nicht zu dünn an.

Wie finde ich die Durchflussmenge heraus?

Qualitätsarmaturen verfügen über ein Prüfzeichen. Dieser Code kann z. B. so aussehen:

P-IX 1234 II A

Der letzte Buchstabe verweist auf die Durchflussklasse, in diesem Fall A (bis 15 Liter/Minute).

Wenn Sie kein Prüfzeichen finden können, halten Sie einfach einen Messbecher unter den Hahn und drehen Sie Ihn für 10 Sekunden voll auf. Dann können Sie die Wassermenge auf die Minute hochrechnen.

Liegt der Wert über 20 Liter/Minute?

Dann ist wahrscheinlich der Perlator defekt oder durch Kalkablagerungen verschlissen. Wie Sie dieses Bauteil entkalkten oder austauschen können, lesen Sie hier.

Lärmschutz Norm

Genau wie Wasserrohre müssen Armaturen gewisse Lärmgrenzen einhalten – verständlich, schließlich will niemand aus dem Bett schrecken, wenn der Nachbar den Wasserhahn aufdreht.

Nach der Richtlinie DIN EN 4109 werden Wasserhähne in zwei Geräuschklassen eingeteilt:

  1. Klasse I: bis 20 db (A): vergleichbar mit dem eigenen Atemgeräusch
  2. Klasse II: bis 30 db (A): vergleichbar mit einem PC-Lüfter

Armaturen der Klasse II dürfen nur in Einfamilienhäusern, nicht aber in Mietwohnungen verbaut werden.

Um auf einen Blick zu sehen, wie laut Ihre Armatur ist (oder sein sollte), achten Sie wieder auf das Prüfzeichen.

Im Beispiel P-IX 1234 II A weist das vorletzte Zeichen auf die Geräuschklasse II hin.

Natürlich kann ein Wasserhahn mit der Zeit auch lauter werden. Pech für Mieter: Sollte das Geräusch dauerhaft über dem erlaubten Wert liegen, kann Ihr Nachbar auf Austausch klagen.

Darum sollten Sie den Gründen für lärmende Armaturen möglichst zeitnah auf den Grund gehen. Eine Anleitung zur Problemsuche und Lösung gibt Ihnen dieser Artikel.

Norm zur Langlebigkeit

Wasserhähne in Küche und Bad sind dauernd im Einsatz. Da ist es sinnvoll, sich für eine hochwertige Armatur zu entscheiden. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern helfen auch, Ressourcen zu schonen.

Namhafte Hersteller wie Grohe, Hansgrohe oder Steinberg überprüfen ihre Produkte auf mechanisches Verschleißverhalten.

Eine Qualitätsarmatur zeichnet sich dadurch aus, dass sie mehr als 200.000 Mal auf- und zugedreht werden kann, ohne die Funktionstüchtigkeit einzubüßen.

Das entspricht in etwa 10 Jahren Benutzung und spiegelt sich bei Markenherstellern in der großzügig bemessenen Garantie wider.

Besonders hochwertige Armaturen sind sogar auf 500.000 Bedienzyklen ausgelegt – da wird so schnell garantiert kein Ersatz fällig.

DVGW-Zulassung

Nicht jede Armatur darf in Deutschland einfach so auf den Markt gebracht werden. Stattdessen müssen sich Hersteller an die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (kurz AVBWasserV) halten.

Die Übereinstimmung mit dieser Norm zu überprüfen ist Aufgabe des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V.

Dieser “TÜV für Armaturen” testet Wasserhähne im Labor auf Herz und Nieren. Unter anderem sind folgende Punkte für die DVGW-Zulassung entscheidend:

  • Gibt das Material schädliche Stoffe an das Wasser ab?
  • Wie gut ist die Armatur vor Korrosion geschützt?
  • Welchen Belastungen halten die Dichtungen stand, ohne porös zu werden?
  • Wie einfach lassen sich Ersatzteile austauschen und sind diese mindestens 10 Jahre lang verfügbar?

Fazit: Wer eine Armatur mit DVGW-Siegel kauft, kann sicherstellen, dass diese höchsten Qualitätsstandards genügt und völlig unbedenklich verbaut werden kann.

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