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Duschvorhang für begehbare Duschen – was Sie wissen müssen

 

Jeder kennt Duschvorhänge – sie dienen dazu, nicht das komplette Badezimmer beim Duschen zu fluten.

An sich also eine recht simple Geschichte.

Warum also darüber gesondert im Zusammenhang mit begehbaren Duschen reden?

Sind Duschvorhänge bei begehbaren Duschen sinnvoll?

Nun, die besondere “Schwierigkeit” bei begehbaren Duschen in Bezug auf Wasserdichtheit ist, dass sie ebenerdig sind.

Es gibt also keinen Höhenunterschied zwischen der Duschfläche und dem Rest des Bades.

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begehbare Duschen sind sehr praktisch und optisch ansprechend (Bild: Schulte Duschwand)*

Deshalb sind diese bodenebenen Duschen auch so beliebt.

Sie sind ungemein praktisch, da man nicht stolpern und somit nicht am großen Zeh stoßen kann.

Für Senioren und behinderte Menschen sind sie bestens geeignet, da sie sogar mit einem Rollator oder Rollstuhl problemlos befahren werden können.

Darüber hinaus sehen bodengleiche Duschen auch noch optisch sehr gut aus, denn sie vermitteln ein größeres Raumgefühl im Bad, weil nichts abgeteilt wird.

Das sind in der Tat ein paar überzeugende Vorteile. Doch wie so oft gibt es auch hier ein “aber”.

Denn aufgrund des fehlenden Versatzes haben nicht nur Personen kein Hindernis beim Betreten und Verlassen der Dusche, sondern das Duschwasser eben auch nicht.

Wenn Sie die Bodenfläche außerhalb der Dusche trocken halten wollen, lohnt es sich zu überlegen, wie das erreicht werden soll.

Im Idealfall noch vor der Installation der Dusche, denn einige Lösungen müssen bereits während dieser Phase umgesetzt werden.

Ausreichendes Gefälle – Grundvoraussetzung 1

Bevor wir im weiteren Verlauf über konkrete Möglichkeiten sprechen, wie Sie dafür sorgen, dass Ihr Bad möglichst trocken bleibt, müssen zunächst die Grundlagen klar sein.

Duschtassen haben bereits ein Gefälle hin zum Abfluss

Da eine bodenebene Dusche wie bereits gesagt quasi keine Barriere für das Wasser bietet, kann dieses sich zunächst beliebig in alle Richtungen ausbreiten.

Und gemäß den Naturgesetzen tut es das auch zuverlässig auf einer ebenen Fläche.

Damit es sich eben nicht in alle, sondern nur in eine gewünschte Richtung bewegt – nämlich Richtung Abfluss – ist ein ausreichendes Gefälle unbedingt erforderlich.

Grundsätzlich haben Sie bei bodengleichen Duschen die Wahl zwischen gefliesten Modellen oder mit Duschtasse.

In aller Regel besitzen Duschtassen bereits ein “integriertes” Gefälle hin zum Abfluss.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihre Dusche zu fliesen, dann sollten die Fliesen ebenfalls mit einem ausreichenden Gefälle versehen werden. Falls Sie handwerklich geschickt sind und das selber machen wollen, bietet Ihnen folgendes Video eine gute Anleitung:

Größe der Dusche und des Abflusses – Grundvoraussetzung 2

Ebenso wichtig für das Trockenbleiben des Außenbereiches ist schlichtweg die Größe der Duschfläche.

Der Abfluss muss ausreichend dimensioniert sein (Bild: Duschrinne von Vilstein)*

Das wird ganz leicht deutlich, wenn Sie sich eine 5 x 5 Meter große Duschfläche vorstellen.

Es ist relativ unwahrscheinlich, dass selbst bei ausgelassenen Duschen überhaupt nennenswerte Mengen an Spritz- oder Bodenwasser bis zum Rand der Duschfläche gelangen.

Je kleiner die Dusche, desto mehr kommt es auf eine gute Abdichtung hin zum Außenbereich an.

Und ein weiterer Punkt ist in diesem Zusammenhang wichtig, wird aber oft übersehen: die Leistungsfähigkeit des Abflusses.

Moderne Duschbrausen speien teilweise enorme Menge an Wasser aus.

Selbst wenn Sie ein optimales Gefälle hin zum Abfluss haben, muss dieser mindestens soviel Wasser aufnehmen können, wie nachströmt.

Sonst verwandelt sich auch die größte Duschfläche langsam aber sicher in eine Badewanne.

Egal ob Abfluss oder Duschrinne (bei gefliesten Flächen) – achten Sie also auf ausreichende Dimensionierung.

Duschkabinen – trocken und barrierefrei

Die sicherste Lösung, Ihr Bad vor Überschwemmungen zu schützen, ist eine Duschkabine.

Wie Sie in unserem ausführlichen Ratgeber sehen, gibt es zahlreiche Modelle, die speziell für bodengleiche Duschen gemacht sind.

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Duschkabine mit nach innen und außen öffnenden Pendeltüren*

Auch an Barrierefreiheit haben viele Hersteller gedacht – insofern können auch körperlich eingeschränkte Personen diese Kabinen nach wie vor problemlos nutzen.

Pendeltüren, Klapp/Falttüren, Griffe in variablen Höhen und viele weitere Details sorgen dafür, dass die Kabinentüren leicht und in alle Richtungen geöffnet werden können.

Das ermöglicht höchste Bewegungsfreiheit bei einfachster Anwendung.

Es gibt sogar horizontal geteilte Türen, sodass der untere Teil wegen des Spritzschutzes geschlossen bleiben kann, während eine zweite Person von außen über die geöffnete obere Hälfte unterstützt.

Ach ja: und wasserdicht sind Duschkabinen noch dazu.

Tatsächlich sind sie mit Abstand die beste Lösung, wenn es Ihnen darum geht, das Duschwasser in der Dusche zu lassen.

Durch passenden Abschluss auf dem Boden, in Kombination mit Dichtlippen, bleibt das Wasser da, wo es bleiben soll.

Tipp:

Wenn es Ihnen um absolute Vermeidung von Wassertropfen im Bad geht, dann achten Sie auf die Öffnungsrichtung der Duschkabinentür.

Denn obwohl die Kabine an sich dicht ist, kann nach dem Duschen bei nach außen öffnenden Türen Wasser heruntertropfen.

Das ließe sich natürlich durch vorheriges Abziehen vermeiden – oder eben mit Schiebetüren, Pendeltüren oder Klapp-Falttüren, die nicht in das Bad herein öffnen.

Duschvorhang – Länge & Position entscheidend

Machen wir uns nichts vor – mit Duschvorhängen werden Sie Ihre Schwierigkeiten haben, die gleichen Ergebnisse wie mit einer Duschkabine zu erzielen.

Denn das Problem ist nicht so sehr das Spritzwasser von oben, sondern der fehlende dichte Abschluss zum Boden.

Insbesondere wenn Sie eine kleine Duschfläche oder kein Gefälle hin zum Abfluss haben, wird sehr wahrscheinlich Wasser unter dem Vorhang nach außen laufen.

Dennoch gibt es ein paar Punkte, die Sie beachten können, um das Problem gering zu halten:

ausreichende Länge des Vorhanges

genügend Abstand zwischen sich und dem Vorhang

minimaler Versatz zwischen Dusche und Badezimmer

ausreichend Abstand zwischen Vorhang und Versatz

Mit dem ersten Punkt “ausreichende Länge” ist gemeint, dass der Duschvorhang mindestens den Boden berühren sollte, sodass er bei Wasserkontakt auch eine Barriere bietet.

Eventuell kann es sogar helfen, wenn er leicht nach innen umgeschlagen werden kann.

Achten Sie dann nur darauf, dass dadurch keine Rutschgefahr entsteht.

Damit kommen wir zum zweiten Punkt – ausreichend Abstand zum Vorhang.

So oder ähnlich fühlt man sich mit angeklebten Duschvorhängen (Bild: Steinar Engeland)

Wir kennen das alle, wenn in kleinen Duschen sich der Duschvorhang an die Knöchel und Beine heransaugt und daran klebt.

Das ist auf kleinem Raum fast unvermeidlich, da durch die aufsteigende warme Luft ein Sog entsteht, durch den kalte Luft von unten nachströmt.

Mit dem an den Beinen klebenden Duschvorhang ist natürlich aber auch der Großteil seiner eigentlichen Funktion dahin – das Wasser kann sich ungehindert um die Füße herum ausbreiten.

Falls Sie eine etwas größere Dusche zur Verfügung haben sollten, dann vermeiden Sie diesen Effekt am besten, indem Sie den Vorhang möglichst weit von sich entfernt anbringen.

So bleibt er im besten Fall am Boden und hindert das Wasser, sich hinter ihm auszubreiten.

Was Sie weiterhin tun können, ist einen minimalen Höhenunterschied – 2 bis 5 mm reichen völlig aus – zwischen der Duschfläche und dem Rest des Bades einzubauen.

Aus praktischen Gesichtspunkten ist das quasi immer noch bodengleich – ein paar Millimeter sind einfach zu wenig, um eine wirkliche Stoßgefahr oder sonstige Hürde darzustellen.

Für Wasser hingegen kann dies jedoch schon den entscheidenden Unterschied machen.

Falls Sie so einen kleinen Versatz vorsehen, dann achten Sie unbedingt darauf, den Duschvorhang einige Zentimeter davor – also innen zu Duschfläche hin – anzubringen.

Dadurch haben Sie quasi 2 physische Barrieren geschaffen für das Duschwasser.

Falls Sie es “verpasst” haben sollten, diesen Versatz zu schaffen, können Sie überlegen, nachträglich zu improvisieren.

Beispielsweise könnten Sie eine kleine halbrunde Leiste in dieser Höhe anbringen, oder selbst ein Silikonstreifen erfüllt seinen Zweck.

Ob das Ganze dann auch noch optisch gefällt, steht auf einem anderen Blatt.

Fazit Duschvorhang für begehbare Duschen

Sind Duschvorhänge für bodengleiche Duschen sinnvoll? Erfüllen Sie Ihren Zweck?

Wie Sie gesehen haben, sind sie nicht die perfekte Lösung, wenn es Ihnen um Vermeidung von Wasser im Badezimmer geht.

Gleichwohl gibt es einige Punkte, die Sie beachten können, um die Effektivität von Duschvorhängen zu steigern.

Fassen wir zusammen:

Vorteile:

sehr günstig in der Anschaffung

schnelle und einfache Montage

kann recht problemlos gewechselt werden

bei großen Duschflächen eventuell ausreichend

Nachteile:

keine Dichtheit für Bodenwasser

saugt sich insbesondere bei kleinen Duschen an (und wird damit quasi nutzlos)

schlecht zu reinigen

weniger hygienisch als Duschkabinen

Wenn es Ihnen um eine möglichst günstige Lösung geht, Sie eine ausreichend große Duschfläche haben und Ihnen auch mehr oder weniger viel Wasser außerhalb der Dusche nicht viel ausmacht, dann ist ein Duschvorhang für Sie wahrscheinlich ausreichend.

Sollte es Ihnen um eine wirklich dichte Lösung für Ihre begehbare Dusche gehen, ist eine Duschkabine die bessere Wahl.

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