Skip to main content

Warum kommt nur kaltes Wasser aus der Dusche? (& Lösungen)

Egal, ob gleich nach dem Aufstehen oder zur Entspannung am Abend – die meisten Deutschen sind bekennende „Warmduscher“.

Da ist es natürlich ärgerlich, wenn aus der Dusche nur noch lauwarmes oder gar kaltes Wasser strömt.

Die gute Nachricht: Meistens liegt das Problem nicht an den Leitungen, sondern an der Dusche selbst und lässt sich relativ einfach beheben.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Ursachen für den Ausfall des Warmwassers infrage kommen, wie Sie defekte Armaturen reparieren können und welche Arbeiten Sie lieber den Profis überlassen.

Außerdem klären wir, wer für die Problemlösung in Mietwohnungen verantwortlich ist, und welche Regelungen dort in Bezug auf warmes Wasser gelten.

5 mögliche Ursachen, warum nur noch kaltes Wasser aus der Dusche kommt

Warum kommt nur kaltes Wasser aus der Dusche

Als Fehlerquelle kommt im Prinzip die ganze Installation infrage: vom Hauptwasseranschluss bis zur Entnahmestelle. Dies sind die häufigsten Ursachen:

  1. verstopftes Sieb im Warmwasserzulauf der Armatur
  2. verkalkte Kartusche des Einhebelmischers
  3. defekter Thermostat.
  4. Störungen am Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer
  5. verstopfte Warmwasserleitung.

Wie kann ich sicher feststellen, was die Ursache ist?

Im Folgenden erklären wir, wie Sie die Fehlerquelle zuverlässig identifizieren können, wenn das Wasser nur noch kalt aus der Dusche kommt.

Zentrale Warmwasserversorgung

Sie haben nicht nur in der Dusche, sondern im gesamten Haushalt kein warmes Wasser mehr?

Dann liegt ein Defekt des Warmwasserspeichers nahe, der an die Heizungsanlage angeschlossen ist. 

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Verkalkungen über beschädigte Rückschlagventile und Fühler bis zu defekten Speicherladepumpen.

Reparatur und Austausch sind Sache eines Fachmanns.

Sie sollten jedoch zuerst überprüfen, ob noch genügend Brennstoff wie Heizöl zur Verfügung steht. Wenn nicht, beseitigt einfaches Auffüllen das Problem.

Durchlauferhitzer

Manche Haushalte beziehen ihr Warmwasser für die Dusche nicht aus einem zentralen Speicher.

Stattdessen wird das Wasser dezentral von einem sog. Durchlauferhitzer auf Betriebstemperatur gebracht.

Dieser schaltet sich automatisch ein, sobald ein gewisser Wasserdruck herrscht.

Und hier liegt das Problem: Ist der Druck zu niedrig, wird er vom Gerät nicht registriert, und das Wasser bleibt kalt.

Zum Glück können Sie die Fehlerursache ganz einfach überprüfen: Drehen Sie das warme Wasser in der Dusche voll auf und begutachten Sie den Durchlauferhitzer.

Bleibt dieser inaktiv? Leuchtet kein Lämpchen? Dann haben Sie den Defekt gefunden.

Als Nächstes checken Sie die Wasseruhr im Keller. An dieser befindet sich ein glockenförmiges Druckminderungsventil mit Anzeige.

Der Wasserdruck sollte mindestens 3 Bar betragen. Liegt er darunter, sollten Sie ihn leicht erhöhen und beobachten, ob der Durchlauferhitzer nun anspringt.

Liegt das Problem nicht am Wasserdruck, kann natürlich auch der Durchlauferhitzer selbst defekt sein.

Dann kommen Sie um die Reparatur bzw. den Austausch durch einen Fachmann nicht herum. Da das Gerät mit Starkstrom arbeitet, sollten Sie als Laie niemals selbst Hand anlegen.

Was Sie jedoch tun können, ist Folgendes: Überprüfen Sie, ob die Temperatur am Durchlauferhitzer verstellt wurde – etwa weil Sie aus Versehen an den Regler gekommen sind.

Eventuell ist auch eine Sicherung herausgesprungen, sodass das Gerät nicht mehr anspringt. Checken Sie also den entsprechenden Sicherungskasten.

Kaltwasserzulauf der Armatur

Bevor das warme Wasser aus der Dusche kommt, muss es natürlich durch die Armatur fließen.

Dort, wo diese in die Wand geschraubt ist, befindet sich ein Metallsieb, das grobe Verunreinigungen zurückhält.

Mit der Zeit kann das Sieb durch Schmutz oder Kalkablagerungen verstopfen. Dann strömt nur noch wenig oder gar kein Warmwasser mehr in die Armatur.

Kartusche im Einhebelmischer der Armatur

In den meisten Duschen wird die Wassertemperatur heute mithilfe eines Einhebelmischers geregelt, der im Inneren eine Kartusche besitzt.

Diese ist mit zwei Durchgängen für Warm- und Kaltwasser versehen, die je nach Stellung des Hebels mehr oder weniger Wasser durchlassen.

Auch die Kartusche kann mit der Zeit verkalken – umso mehr an Orten mit hartem Wasser.

Am besten überprüfen Sie die ganze Armatur von außen. Sind bereits deutliche Schlieren zu sehen?

Dann ist die Armatur wahrscheinlich im Inneren verkalkt.

Auch ein schwergängiger Hebel, auslaufendes Wasser oder störende Geräusche beim Aufdrehen deuten auf eine Verkalkung hin, die den Durchfluss behindert.

Thermostat

Manche Duscharmaturen sind mit einem Thermostat ausgestattet.

Dieses Bauteil sorgt für eine gleichbleibende Temperatur, selbst wenn sich der Wasserdruck in der Leitung verändert.

So lässt sich verhindern, dass unerwünscht kaltes oder zu heißes Wasser ausströmt, wenn eine andere Armatur im Haushalt geöffnet oder geschlossen wird.

Leider kann auch ein Thermostat mit der Zeit durch Kalk und Schmutz in Mitleidenschaft gezogen werden.

Im schlimmsten Fall lässt sich das Wasser dann nicht mehr auf die gewünschte Temperatur regulieren und bleibt kalt.

Warum habe ich überall heißes Wasser, außer in der Dusche?

In diesem Fall kommt es darauf an, welche Art der Warmwasserversorgung Sie besitzen:

Haben Sie einen Warmwasserspeicher, der alle Armaturen im Haus einwandfrei versorgt – außer eben die Dusche?

Dann muss das Problem dort liegen, wo das Warmwasser ausbleibt. Schließlich würden alle anderen Armaturen sonst auch kalt bleiben.

Oder fließt das Wasser in einen Durchlauferhitzer vor der Dusche? Dann kann das Problem auch von diesem Gerät verursacht werden.

Überprüfen Sie, ob der Durchlauferhitzer Dusche und Wasserhahn versorgt. Bleibt das Warmwasser an beiden Entnahmestellen aus, ist der Durchlauferhitzer mit großer Wahrscheinlichkeit der Übeltäter.

Auch zu niedriger Wasserdruck im Haushalt äußert sich darin, dass überhaupt kein warmes Wasser mehr zur Verfügung steht.

Natürlich kann es sein, dass andere Entnahmestellen zu viel Warmwasser „wegnehmen“ – jedoch nur, wenn diese auch geöffnet sind.

Bleibt das warme Wasser dauerhaft und nur in der Dusche aus, sollten Sie dort nach dem Defekt suchen.

Kann ich das Problem selbst beheben?

Sofern eine Störung an der Duscharmatur für das Ausbleiben des Warmwassers verantwortlich ist, können Sie die Reparatur relativ leicht selbst vornehmen. Je nach Bauteil gehen Sie dafür folgendermaßen vor:

Warmwasserzulauf

Um das Sieb am Warmwasserzulauf zu entfernen, müssen Sie die Armatur inklusive Mischhebel abschrauben. Das geht am besten mit einer gepolsterten Zange.

Doch Achtung: Drehen Sie vorher das Wasser im Badezimmer bzw. dem gesamten Haushalt ab, damit es ihnen nicht aus der Leitung entgegen geschossen kommt.

Haben Sie die Armatur entfernt, nehmen Sie das Sieb heraus und reinigen es von den gröbsten Verschmutzungen. Wenn es verkalkt ist, bietet sich außerdem eine Lösung aus Essig und Wasser an.

Das Mischverhältnis sollte je nach Verkalkung 1–3 Teile Essig zu 3 Teilen Wasser betragen. Nach ein paar Stunden spülen Sie das Sieb mit klarem Wasser ab, bevor Sie es wieder einbauen und die Armatur befestigen.

Einhebelmischer

Wie Sie einen Einhebelmischer auseinanderbauen und die Kartusche im Inneren reinigen, haben wir in diesem Artikel detailliert beschrieben.

Thermostat

Auch das Zerlegen und Reinigen eines Dusch-Thermostats ist kein Hexenwerk.

Doch Achtung: Nachdem Sie die Teile in Essig gelegt, abgespült und wieder zusammengebaut haben, kann es sein, dass die Temperatureinstellung nicht mehr exakt funktioniert.

Zur Sicherheit sollten Sie darum zuerst eine Reinigung von außen vornehmen. Träufeln Sie mit einer Pipette Essiglösung in alle Öffnungen des Thermostats und warten Sie ab, ob sich genug Kalk löst, um die Funktion wieder herzustellen.

Ein Tipp: Um Kalk am Thermostat vorzubeugen, sollten Sie ihn regelmäßig bewegen – auch wenn Sie immer mit derselben Temperatur duschen.

Was tun, wenn ich das Problem nicht selbst beheben kann?

Wenn Sie im gesamten Haus kein warmes Wasser mehr haben, ist es mit einer Reparatur der Duscharmatur nicht getan.

Stattdessen müssen Warmwasserspeicher/Durchlauferhitzer oder das gesamte Leitungssystem überprüft werden, was Aufgabe eines zugelassenen Sanitärbetriebs ist.

Nehmen Sie bitte keine Arbeiten an der Wasserversorgung in Eigenregie durch. Zu groß ist die Gefahr eines Schadens, den Sie aus eigener Tasche bezahlen dürfen.

Versicherungen verweigern nämlich meist die Zahlung, wenn ein Laie an der Trinkwasserinstallation gewerkelt hat.

Wer ist für dieses Problem in Mietwohnungen verantwortlich?

Gehen wir vom einfachsten Fall aus: Die Dusche war bereits beim Einzug vorhanden und nach einiger Zeit kommt kein warmes Wasser mehr.

Sie haben keine Veränderungen an der Armatur vorgenommen und die Dusche auch nicht beschädigt.

In diesem Fall greift Paragraph 535 des BGB: Der Vermieter ist verantwortlich, die Wohnung in einem Zustand zu erhalten, der den vertragsgemäßen Gebrauch gewährleistet. Dazu gehört laut dem Gesetzgeber auch warmes Wasser.

Sprich: Der Vermieter muss das Problem auf eigene Kosten beheben.

Allerdings gibt es einen Haken – und zwar, wenn Ihr Mietvertrag eine sog. Kleinreparaturklausel enthält.

Diese schreibt vor, dass Mieter Schäden an der Mietsache selbst bezahlen müssen, sofern diese einen gewissen Betrag nicht überschreiten. Mehr zu den genauen Regelungen erfahren Sie hier.

Des Weiteren gilt – nicht nur bei Armaturen: Haben Sie den Schaden selbst verursacht, müssen Sie auch dafür haften.

Das würde beispielsweise zutreffen, wenn Sie die Armatur so beschädigen, dass der Warmwasserzulauf nicht mehr funktioniert.

Für Verkalkungen können Mieter jedoch nicht belangt werden, da diese außerhalb ihres Einflusses liegen. So entschied beispielsweise das Amtsgericht Gießen im Jahr 2008.

In jedem Fall haben Sie die Verpflichtung, den Vermieter unverzüglich auf den Schaden hinzuweisen. Zu Ihrer Absicherung sollte das schriftlich geschehen.

Ist kaltes Duschwasser ein Grund für Mietminderung?

Haben Sie dem Vermieter das Problem geschildert, aber nichts passiert?

Dann sollten Sie ihm eine sog. Mängelanzeige schreiben, in der sie den Schaden beschreiben und auf zeitnahe Beseitigung pochen.

Ein Hinweis auf die Möglichkeit der Mietminderung kann bei halsstarrigen Vermietern Wunder wirken, denn: Kein warmes Wasser in der Dusche rechtfertigt die Kürzung der Miete.

Dies bestätigten mehrere Urteile, unter anderem vom Bundesgerichtshof.

Wie hoch die Mietminderung ausfallen darf, wird übrigens im Einzelfall festgesetzt – und hängt von der Zumutbarkeit für den Mieter ab.

Fällt das Warmwasser beispielsweise nur wenige Stunden am Tag aus, sind Minderungen um etwa 7-8 % üblich.

Steht dagegen im Winter kein Warmwasser zur Verfügung, wurden auch schon 70 % von den Gerichten bewilligt.

Welche Temperatur muss heißes Wasser mindestens haben?

Nicht alle Badbesitzer legen Wert darauf, heiß zu duschen. Manche sind mit lauwarmem Wasser zufrieden und stören sich darum nicht an einem Defekt der Duscharmatur oder der Warmwasserversorgung.

Aus gesundheitlicher Sicht sollte das Wasser im gesamten Warmwassersystem jedoch eine gewisse Mindesttemperatur haben.

Wird diese unterschritten, können sich Legionellen bilden: Mikroorganismen, die besonders für ältere Menschen gefährlich sind.

Die Deutsche Trinkwasserverordnung empfiehlt deshalb eine Temperatur von mindestens 55° C. an den Entnahmestellen.

Doch Achtung: Trotz der Angst vor Legionellen sollte dieser Wert nicht überschritten werden, um Verbrühungen beim Duschen vorzubeugen.

Auch in Mietwohnungen ist die Temperatur geregelt. So urteilte beispielsweise das AG Schöneberg (102 C 55/94), dass eine Wassertemperatur unter 45° C nicht zum Duschen geeignet ist und eine Mietminderung von 10 % rechtfertigt.

Wie lange sollte es maximal dauern, bis warmes Wasser kommt?

Niemand möchte beim Duschen lange frösteln, bis endlich warmes Wasser aus der Leitung strömt.

Das ist nämlich nicht nur nervig, sondern treibt auch den Verbrauch in die Höhe – ein Grund mehr für Hausbesitzer, den Defekt zu beheben.

Die Deutsche Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass das Warmwasser spätestens 30 Sekunden nach dem Aufdrehen mit Betriebstemperatur aus der Entnahmestelle kommt.

Doch welche Wartezeit ist in Mietwohnungen zumutbar?

Auch hier gibt das bereits genannte Urteil des AG Schöneberg (102 C 55/94) Auskunft – und spricht von einer maximalen Wartezeit von 10 Sekunden, nach der das Wasser mindestens 45° C aufweisen muss.

Dauert es deutlich länger, liegt ein Grund für Mietminderung vor.

Übrigens spielt laut einem Urteil des AG Berlin-Mitte auch der Mietzins eine Rolle: Wer beispielsweise viel Geld für seine Wohnung zahlen muss, darf auch erwarten, sofort warmes Wasser zur Verfügung zu haben.

Helfen Sie jemandem, indem Sie diesen Artikel teilen:

Weitere beliebte Artikel, die Sie interessieren werden…

Waschbecken, Armaturen & Mehr