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Warum quietscht der Wasserhahn? (Ursachen & Lösungen)

Wenn eine Armatur dauerhaft quietscht, kann das Badbesitzer in den Wahnsinn treiben.

Warum der nervtötende Laut entsteht und wie Sie das Problem beheben können, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Warum quietscht der Wasserhahn?

Quietschen deutet bei mechanischen Bauteilen meist auf Reibung hin.

Oder wie der Physiker es ausdrücken würde: Die Haftreibung ist deutlich größer als die Gleitreibung.

Dadurch wird das Material in Schwingung versetzt und es entsteht das markante, hohe Geräusch.

Bei Wasserhähnen liegt das Quietschen oft an mangelnder Schmierung von Ventilgewinden.

Entweder wurde diese bei der Montage vergessen oder der Schmierstoff hat sich durch jahrelange Nutzung sowie Kalk- und Rostablagerungen aufgelöst.

Dies sorgt auch dafür, dass sich der Wasserhahn nur noch schwer öffnen und schließen lässt.

Was kann ich gegen einen quietschenden Wasserhahn tun?

So einfach wie die Problemfindung gestaltet sich glücklicherweise die Lösung: Sie müssen dafür sorgen, dass die Reibung durch ausreichendes Einfetten minimiert wird.

Je nach Armaturtyp ist eine andere Vorgehensweise gefragt:

1. Auslaufventile

Auslaufventile werden häufig im Außenbereich, aber auch vor Waschmaschinen und als Absperrvorrichtungen an der Wasserleitung verwendet.

Sie besitzen einen relativ simplen Aufbau: Das Ventil sitzt auf einem Gewinde und wird durch Drehen des Griffs geöffnet und geschlossen, was den Wasserfluss steuert.

Wenn der Wasserhahn unangenehm quietscht, müssen Sie ihn nicht sofort ausbauen. Bei leichtem Verschleiß genügt es, von außen etwas Kriechöl auf den Gewindesitz zu träufeln oder zu sprühen.

Wie der Name andeutet, „kriecht“ das Öl in das Gewinde und vermindert die Reibung.

Selbst gutes Kriechöl ist schon recht günstig zu haben. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Produkte von WD-40 und Caramba.

Falls diese Methode nicht funktioniert, sollten Sie das Auslaufventil herausschrauben, um das Gewinde freizulegen.

Das funktioniert folgendermaßen:

  1. Stellen Sie das Wasser ab: entweder über vorhandene Eckventile oder den Hauptabsperrhahn.
  2. Schrauben Sie das Ventil mit einem Sechskantschlüssel unterhalb des Griffs ab. Halten Sie einen Eimer bereit, um Restwasser aufzufangen.
  3. Träufeln Sie mit einer Pipette ein paar Tropfen Kriechöl auf das Gewinde oder sprühen Sie es ein.
  4. Schrauben Sie das Auslaufventil wieder an und drehen Sie es mehrmals auf und zu. Überprüfen Sie, ob das Quietschen immer noch auftritt. Wiederholen Sie gegebenenfalls Schritt 3, bevor Sie die Wasserzufuhr wieder öffnen.

2. Zweigriffarmaturen

Wie der Name schon sagt, steuert dieser Armaturtyp den Wasserfluss und die Temperatur durch zwei Griffe, die mit Ventilen versehen sind.

Mit der Zeit lagern sich sowohl an den Ventilen als auch an den Gewinden Rückstände ab.

Ein quietschendes Geräusch beim Auf- und Zudrehen kann die Folge sein.

Zum Glück lässt sich das Quietschen relativ einfach beheben:

  1. Stellen Sie das Wasser über die Eckventile oder den Haupthahn ab.
  2. Drehen Sie beide Griffe ganz nach links, um restliches Wasser aus der Leitung entweichen zu lassen.
  3. Entfernen Sie den Griff, der das Quietschen verursacht. Bei manchen Modellen können Sie den Griff einfach abziehen; bei anderen müssen Sie erst eine Schraube lösen.
  4. Schrauben Sie nun das Ventil mit einem Schraubenschlüssel oder einer (gepolsterten) Zange heraus.
  5. Geben Sie wenige Tropfen Kriechöl mit einer Pipette auf das Innen- und Außengewinde, bevor Sie das Ventil wieder anschrauben.

Lassen sich starke Kalkrückstände erkennen, ist es mit ein wenig Öl leider nicht getan – zumindest nicht auf Dauer.

Stattdessen empfiehlt sich, das Ventil für ein paar Stunden in eine Mischung aus Wasser und Zitronensäure zu legen.

Praktische Tipps zum Entkalken von Armaturen finden Sie hier.

3. Einhebelmischer

Anders als Auslaufventile oder Zweigriffarmaturen besitzen Einhebelmischer keine Ventile mit Gewinde.

Stattdessen wird das Wasser durch eine Kartusche gesteuert, die mit dem Hebel verbunden ist. Durch jahrelangen Verschleiß können leider auch Einhebelmischer anfangen zu quietschen.

Wie bei anderen Armaturtypen können Sie das Problem mit Öl beheben. Seien Sie jedoch vorsichtig.

Bedingt durch die Bauart kann das Öl sich bei Einhebelmischern mit dem Trinkwasser vermischen. Darum sollten Sie es äußerst sparsam einsetzen.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Stellen Sie das Wasser über die Eckventile unter dem Waschbecken/Spülbecken oder über den Hauptabsperrhahn ab.
  2. Nehmen Sie einen Tropfen Kriechöl mit einer Pipette auf und tragen Sie es am Rand der beweglichen Mechanik auf.
  3. Lassen Sie das Öl einige Minuten einwirken.
  4. Wischen Sie Ölreste an der Armatur mit einem Tuch ab.
  5. Drehen Sie die Wasserzufuhr wieder auf und lassen Sie den Wasserhahn einige Sekunden laufen. So werden evtl. im Wasser befindliche Ölspuren ausgeschwemmt.

Sollte das Einölen der Mechanik keinen Erfolg bringen, hat sich im Inneren des Mischers wahrscheinlich zu viel Kalk abgelagert.

Sie sollten die Kartusche ausbauen und in ein Entkalkungs-Bad legen, das Sie mit einfachen Haushaltsmitteln vorbereiten können.

Wie das geht, erfahren Sie hier.

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