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Warum kommt kein Wasser aus der Dusche? (6 Ursachen & Lösungen)

Egal ob erfrischend kalt, lauwarm oder heiß – das Duschen gehört zum Entspannungsprogramm der Deutschen unbedingt dazu.

Statistisch gesehen stehen die meisten von uns jeden Tag unter der Brause.

Da ist es natürlich ärgerlich, wenn statt eines kräftigen Wasserstrahls nur noch traurige Tropfen kommen – oder das Wasser ganz ausbleibt.

Doch keine Sorge: In vielen Fällen liegt das Problem an den Duscharmaturen und lässt sich auch als Laie relativ einfach beheben.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie dafür vorgehen, und welche Arbeiten Sie lieber dem Profi überlassen sollten.

Außerdem verraten wir, wer in Mietwohnungen dafür verantwortlich ist, dass das Wasser ordnungsgemäß fließt.

6 mögliche Ursachen, warum kein Wasser aus der Dusche kommt

Warum kommt kein Wasser aus der Dusche

Bevor das Wasser aus dem Duschkopf strömt, hat es einen langen Weg hinter sich: vom zentralen Anschluss über das Leitungssystem bis zur Armatur, und schließlich durch die Duschbrause.

Dementsprechend vielfältig sind die Ursachen, wenn die Dusche trocken bleibt – darunter:

  1. zentraler Wasseranschluss
  2. Rohrleitungen
  3. zu niedriger Wasserdruck
  4. Siebe im Wasserzulauf der Armatur
  5. Armatur-Schlauch
  6. Durchflussbegrenzer oder Löcher im Duschkopf.

Wie kann ich sicher feststellen, was die Ursache ist?

Bei der Diagnose empfehlen wir, mit den einfachsten Schritten zu beginnen, bevor Sie sich an kompliziertere Arbeiten wie das Auseinanderschrauben von Armaturen machen.

So sparen Sie Zeit und können das Problem eventuell ohne viel Aufwand beheben.

Zentraler Wasseranschluss

Strömt das Wasser aus allen Armaturen, so wie es sollte – nur eben aus der Dusche nicht?

Dann können Sie diesen Schritt überspringen und sich sofort die Duscharmatur zur Brust nehmen.

Wenn Sie jedoch im gesamten Haushalt an Wasserknappheit leiden, tritt das Problem höchstwahrscheinlich ganz am Anfang auf: am zentralen Wasseranschluss.

Öffnen Sie Ihre Armaturen und überprüfen Sie die Wasseruhr. Läuft diese nicht weiter?

Dann hat man Ihnen aus irgendeinem Grund das Wasser abgestellt und Sie sollten die Stadtwerke anrufen.

Fragen Sie auch bei Ihren Nachbarn nach, ob diese auf dem Trockenen sitzen. Eventuell ist eine Hauptleitung gebrochen und die Reparatur dauert einige Zeit.

Dreht sich die Wasseruhr weiter, obwohl kein Wasser aus den Armaturen kommt, weist das auf ein Leck im Leitungssystem hin.

In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt. Sie sollten sofort das Wasser im Haus absperren lassen und einen Sanitärbetrieb mit der Fehlersuche beauftragen, bevor es zum Wasserschaden kommt.

Niedriger Wasserdruck

Damit das Trinkwasser auch weiter entfernte Entnahmestellen erreicht, muss es einen gewissen Druck aufweisen. Dieser beträgt in den meisten Haushalten 3–6 Bar.

Plätschert das Wasser nur schwach aus den Armaturen, reicht der Druck eventuell nicht aus.

Oder der Druck genügt für nahe Entnahmestellen, schafft es jedoch nicht, das Wasser bis zu weiter entfernten Armaturen zu pumpen.

Am besten machen Sie sich auf den Weg zum Hauptabsperrhahn und überprüfen das glockenförmige Druckminderungsventil.

Dieses besitzt eine Anzeige für den Wasserdruck. Ist er zu niedrig, hat jemand vielleicht das Ventil verstellt, und Sie können es leicht aufdrehen.

Doch Vorsicht: Ein Druck von 8 Bar oder mehr ist für die Leitungen und Armaturen nicht gesund.

Eingefrorene Leitungen

Dieser Fall tritt heute nur noch selten auf, kann jedoch theoretisch vorkommen – besonders in schlecht isolierten Häusern.

Wenn die Heizung im Winter nicht läuft, kann eine Wasserleitung einfrieren. Dann bleibt natürlich auch die Dusche kalt.

Sofern die Leitung nicht geplatzt ist, lässt sich das Problem durch behutsames Aufwärmen beheben – etwa mit einem Föhn.

Die Betonung liegt jedoch auf „behutsam“: Zu schnelle Temperaturunterschiede können Risse verursachen, die einen veritablen Wasserschaden zur Folge haben.

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich daher, die Leitung von einem Fachmann auftauen zu lassen.

Duscharmaturen und Dusche

Ist Ihre Dusche als einzige Entnahmestelle im Haushalt von der Wasserarmut betroffen?

Dann sollten Sie die Ursache des Problems auch genau dort suchen.

Meistens sind verkalkte Duscharmaturen verantwortlich – bzw. Schlauch und Brause. Besonders in Gegenden mit hartem Wasser sammelt sich in diesen mit der Zeit viel Kalk an, der für Verstopfungen sorgt.

Nehmen Sie einen ersten optischen Check vor:

  • Haben sich hässliche weiße Schlieren gebildet?
  • Ist der Schlauch weniger biegsam als früher?
  • Sind die Löcher der Duschbrause verkalkt?

Dann wird es höchste Zeit für die Reparatur bzw. Reinigung.

Übrigens kann auch der Korpus der Armatur als Übeltäter infrage kommen. Dieser besitzt an den Anschlüssen für Warm- und Kaltwasser jeweils ein Sieb, das anfällig für Verkalkung ist.

Dass beide Siebe gleichzeitig in Mitleidenschaft gezogen werden, ist natürlich unwahrscheinlich.

Falls jedoch das warme bzw. kalte Wasser mit der Zeit immer weniger wird und schließlich nur noch ein dünnes Rinnsal austritt, liegt es nahe, die Siebe zu überprüfen.

Kann ich das Problem selbst beheben?

Sofern das Ausbleiben des Wassers von der Duscharmatur verursacht wird, ist die Problemlösung auch für Laien kein Problem. Je nach Bauteil gehen Sie folgendermaßen vor:

Armatur-Schlauch

Wenn bereits außen am Schlauch Kalkspuren zu sehen sind, wird es Zeit für die Reinigung.

Dafür schrauben Sie das gute Stück ab und legen es für ein paar Stunden in eine Essiglösung.

Ein Mischverhältnis von einem Teil Essig und drei Teilen Wasser empfiehlt sich bei leichten und mittleren Verkalkungen.

Natürlich können Sie auch reinen Essig verwenden. Stellen Sie jedoch sicher, dass dieser nicht in Kontakt mit den Gummidichtungen kommt, da diese sonst porös werden können.

Duschbrause

Lässt der Schlauch ungehindert Wasser durch, aber aus der Dusche kommt trotzdem nur wenig oder gar kein Wasser?

Dann sollten Sie die Duschbrause begutachten.

Im Fall einer Verkalkung empfiehlt es sich, dieses Bauteil auseinander zu schrauben und die Einzelteile in ein Bad aus Essig und Wasser zu legen. 

Anschließend können Sie die letzten Verschmutzungen mit einer Bürste entfernen, damit die Löcher in der Brause wieder durchgängig werden.

Durchflussbegrenzer

Viele Duschbrausen sind mit einem sog. Durchflussbegrenzer versehen, der den Verbrauch senkt.

Ist dieses Plastik-Bauteil verkalkt, sollten Sie es ebenfalls reinigen – es sei denn, es ist fest in den Duschkopf integriert. In diesem Fall bleibt nur noch der Austausch.

Natürlich spricht nichts dagegen, der Brause einen neuen Durchflussbegrenzer zu spendieren. Im Set sind diese Teile bereits für etwa 4 Euro zu haben.

Was tun, wenn ich das Problem nicht selbst beheben kann?

Wenn das Problem nicht von der Dusche verursacht wird und das Wasser im übrigen Haushalt einwandfrei fließt, muss eine Wasserleitung verantwortlich sein.

In diesem Fall sollten Sie sich professionelle Hilfe holen, denn: Arbeiten an den Leitungen stellen massive Eingriffe in das Trinkwassersystem dar, die laut Verordnung nur von zugelassenen Betrieben durchgeführt werden dürfen.

Ansonsten bleiben Sie auf den Kosten sitzen, falls Sie durch fehlerhafte Arbeiten einen Wasserschaden verursachen.

Wie lässt sich das Problem verhindern?

Wie wir bereits gezeigt haben, ist in vielen Fällen Kalk für Verstopfungen in der Dusche verantwortlich.

Das Problem hängt mit der Wasserhärte zusammen und lässt sich nicht völlig vermeiden. Sie können Verkalkungen jedoch mit folgenden Methoden vorbeugen:

1. Armaturen, die lange nicht bewegt werden, sind besonders anfällig für Verkalkung. Darum sollten Sie auch eine Gästedusche, die kaum benutzt wird, regelmäßig in verschiedenen Stellungen aufdrehen.

Bewegen Sie dabei auch, wenn vorhanden, den Schieberegler am Duschkopf und stellen Sie den Thermostat auf unterschiedliche Stufen ein.

2. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Wenn Sie Ihre Armaturen regelmäßig auseinanderbauen und in einem Bad aus Essig und Wasser reinigen, wird Kalk entfernt, bevor er die Funktionalität der Dusche einschränkt.

Natürlich hat nicht jeder Badbesitzer Lust auf diesen Mehraufwand.

3. Darum die letzte Möglichkeit: Bauen Sie einen Trinkwasserfilter ein, der den Magnesium- und Kalziumspiegel im Haushalt senkt.

Das kann sich besonders in Gegenden mit hartem Wasser lohnen, um Verkalkungen vorzubeugen.

Allerdings sollten Trinkwasserfilter vom Fachmann installiert werden, was die Kosten in die Höhe treibt. Dazu kommt die regelmäßige Wartung.

Wer ist für dieses Problem in Mietwohnungen verantwortlich?

Die Körperpflege in der Dusche gehört zum „vertragsgemäßen Gebrauch“ in einer Mietwohnung dazu.

Sollte das Wasser also ausfallen, ohne dass der Mieter etwas dafür kann, muss sich der Vermieter um die Beseitigung des Mangels kümmern.

Eine Ausnahme stellen Kleinreparaturen dar, die je nach Mietvertrag vom Mieter übernommen werden müssen – egal, wer den Schaden verursacht hat.

Der Austausch eines stark verschlissenen Duschkopfes kann darunter fallen. Mehr zur Kleinreparaturklausel finden Sie in diesem Artikel.

In jedem Fall müssen Mieter den Vermieter auf die Mängel hinweisen – am besten schriftlich – und diesen zur Beseitigung innerhalb einer angemessenen Frist auffordern.

Ist kein Duschwasser ein Grund für Mietminderung?

Sie haben eine Mängelanzeige geschrieben, doch Ihr Vermieter macht keine Anstalten, das Problem zu beheben?

Dann haben Sie als Mieter ein weiteres Druckmittel, denn: Wenn kein Wasser mehr aus der Dusche kommt, ist das ein Grund für Mietminderung.

Wie hoch diese am Ende ausfällt, ist vom Einzelfall abhängig.

Zur Orientierung: 1986 erlaubte das Amtsgericht Köln eine Mietminderung von 16,66 %, weil sich die Dusche überhaupt nicht mehr nutzen ließ.

Handelt es sich um die einzige Dusche im Haushalt, kann die Minderung auch höher ausfallen – etwa 30 %.

Wie viel Wasser muss mindestens aus der Dusche kommen?

Dass die Dusche von einem Tag auf den anderen „austrocknet“, ist äußerst selten.

Stattdessen wird in den meisten Fällen das Wasser immer weniger, bis nur noch ein dünnes Rinnsal austritt. Das mag für die Katzenwäsche ausreichen, doch Komfort sieht anders aus.

Wie viel Wasser aus der Dusche kommen muss, lässt sich nicht pauschalisieren, sondern hängt vom Standort und dem Wasserdruck ab.

Im Zweifelsfall müssen die Gerichte entscheiden, welche Menge für einen Mieter noch zumutbar ist.

Was, wenn nur sehr wenig Wasser aus dem Duschkopf kommt?

Wenn Sie das Gefühl haben, der Durchfluss wäre zu niedrig, sollten Sie den zuständigen Wasserversorger kontaktieren und sich nach dem Richtwert erkundigen.

Anschließend füllen Sie einen Eimer (etwa 10 L) in der Dusche und überprüfen, wie lange das Befüllen dauert. Am besten notieren Sie sich den Wert mit einem Zeugen und weisen in der Mängelanzeige darauf hin.

Die Auskunft des Wasserversorgers können Sie dann nutzen, um Ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

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