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Wo kommt das Wasser aus dem Wasserhahn her? (Wichtige Fakten)

Trinkwasser ist in unserem Alltag unverzichtbar. Mehr als 100 Liter verbraucht der Bundesbürger am Tag.

Da ist es ein wahrer Segen, dass wir das kühle Nass nicht mehr von Hand herbeischaffen müssen. Stattdessen drehen wir einfach den Wasserhahn auf.

Doch wo kommt unser Trinkwasser eigentlich her?

Wie wird es gereinigt und kann man es wirklich bedenkenlos trinken?

Diese und weitere Fragen beantworten wir im Folgenden.

Woher kommt das Wasser aus der Leitung?

Deutschland ist ein wasserreiches Land. Jährlich stehen uns etwa 188 Milliarden Kubikmeter zur Verfügung, von denen etwa 17 % genutzt werden.

Dabei kommt das Wasser aus ganz unterschiedlichen Quellen:

1. Grundwasser

Mehr als die Hälfte unseres Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser – und so lange es bei uns regnet, wird das glücklicherweise auch so bleiben.

Wer im Biologieunterricht aufgepasst hat, weiß:

Wasser in Flüssen und Seen verdunstet, steigt auf und fällt als Regen zurück auf die Erde. Dort versickert es langsam im Boden, wo es durch Sand- und Gesteinsschichten natürlich gefiltert wird. Dank dieser Filterung weist das Grundwasser bereits eine hohe Qualität auf.

Übrigens: Damit das Grundwasser auch weiterhin so sauber bleibt, gibt es in Deutschland Wasserschutzgebiete.

Dort dürfen keine Autos fahren und die Verwendung von Dünger ist verboten. Nicht einmal Kühe dürfen in manchen Schutzgebieten grasen.

2. Oberflächenwasser

Etwa 30 % unseres Trinkwassers wird aus Flüssen, Seen oder Talsperren entnommen.

Es gibt jedoch Orte in Deutschland, die durch Grundwasserarmut verstärkt auf Seen und Flüsse zurückgreifen müssen: etwa Sachsen, wo 70 % des Trinkwassers aus Gewässern stammt.

Dieses sog. Oberflächenwasser hat eine schlechtere Qualität als Grundwasser und muss darum aufwändiger gereinigt werden.

Dann gibt es noch das sog. Uferfiltrat – eine Zwischenform aus Grund- und Oberflächenwasser.

Dabei sickert das Wasser in Ufernähe eines Gewässers in den Boden und kann über Brunnen aufgefangen werden. Dieser Prozess filtert bereits einen Großteil der Schadstoffe aus dem Wasser.

3. Quellwasser

Quellwasser macht weniger als 10 % unseres Trinkwassers aus, überzeugt aber durch eine besonders hohe Reinheit.

Tritt es auf natürlichem Wege aus der Erde, spricht man von artesischen Quellen.

Wie gut es sich als Trinkwasser eignet, hängt von der Tiefe der Quelle ab. Liegt diese nahe an der Oberfläche, muss das Wasser aufwändiger von Schadstoffen befreit werden als bei tiefer liegenden Quellen.

Wie wird aus Wasser Trinkwasser?

Je nach Ursprung weist das geförderte Wasser bereits eine hohe Qualität auf.

Bis das kühle Nass jedoch aus der Leitung sprudelt, muss es noch einige Stationen durchlaufen:

1. Aufbereitung

Nach der Entnahme wird das Wasser über Brunnen in das örtliche Wasserwerk gepumpt.

Dort kommen ausgeklügelte Techniken zum Einsatz, um Schadstoffe aus dem Wasser zu lösen.

Riesige Sprühanlagen gehören ebenso dazu wie Filter und chemische Prozesse, die wir weiter unten genauer vorstellen.

2. Speicherung und Verteilung

Nicht zu jeder Jahres- und Tageszeit wird gleich viel Trinkwasser benötigt. Darum wird das Wasser zuerst in einem sog. Hochbehälter gesammelt, bevor es bedarfsgerecht zu den Haushalten geleitet wird.

Je nach Größe des zu versorgenden Gebiets können sich im Hochbehälter mehrere hundert Millionen Liter befinden.

Wie der Name schon sagt, befinden sich diese Bauwerke meist auf Anhöhen. Von dort fließt das Wasser durch die Schwerkraft zu den Verbrauchern.

Dabei kann das Wasser schon einmal mehrere Stunden unterwegs sein. Besteht kein natürliches Gefälle, übernehmen Pumpen den Transport.

Übrigens wird die Wasserqualität im Hochbehälter regelmäßig überprüft. Dafür untersuchen Labore, ob sich im Wasser schädliche Bakterien gebildet haben.

Sollte dies der Fall sein, kann der Versorger die Bürger dazu auffordern, das Wasser vor dem Trinken abzukochen.

Wie kommt das Wasser aus dem Hahn?

Vom Hochbehälter fließt das Wasser durch Leitungen in die Städte und Gemeinden bis zu den einzelnen Haushalten.

Ganze 530.000 km lang ist dieses verzweigte Netz in der Bundesrepublik – so lang, dass es 13 Mal um die Erde reichen würde.

Natürlich sind die Leitungen im Normalfall unsichtbar. Zum Schutz vor Vibrationen, Bauarbeiten und Frost werden sie in mindestens 120 cm Tiefe verlegt.

Nur wenn es zu einem Wasserrohrbruch kommt, müssen sie mit viel Aufwand freigelegt und repariert werden.

Wenn das Trinkwasser bei den Haushalten angekommen ist, hört die Qualitätskontrolle übrigens nicht auf.

Die Leitungen müssen strengen Kriterien entsprechen und dürfen keine schädlichen Stoffe an das Wasser abgeben. Meist kommen Kunststoff oder Kupfer zum Einsatz.

Außerdem ist hinter den meisten Wasseruhren ein Filter angebracht, der Mikropartikel aus dem Wasser entfernt.

Die letzte Filterung erfolgt dann am Wasserhahn: Dort strömt das Wasser durch einen sog. Strahlregler oder Perlator: ein feinmaschiges Sieb, das die letzten Rückstände festhält.

Wie gesund ist das Wasser aus der Leitung?

Die Reise des Wassers von der Förderung bis zum Verbraucher hat bereits gezeigt: Trinkwasser muss in Deutschland höchsten Qualitätsstandards genügen.

Darum gilt: Wasser aus dem Hahn können Sie bedenkenlos und ungefiltert genießen.

Es steht in Sachen Qualität dem Mineralwasser aus der Flasche in nichts nach und wird regelmäßig auf diverse Grenzwerte für Schadstoffe geprüft.

Wer sich jedoch nicht auf diese Grenzwerte verlassen möchte und so gut es geht alle potenziellen Schadstoffe entfernen möchte, kann dies ganz einfach mit Trinkwasserfiltern Zuhause tun.

Welche dabei tatsächlich effektiv filtern und welche nicht, erfahren Sie in diesem Artikel hier.

Und es gibt noch mehr Gründe, sein Glas direkt am Hahn zu befüllen:

So sparen Sie nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen und Energie, die für die Herstellung von Flaschenwasser verbraucht werden.

Natürlich können nicht alle Risiken ausgeschlossen werden: Besonders in Altbauten mit verkalkten Rohren kommt es im Sommer zur Bildung von Legionellen.

Diese Bakterien fühlen sich in warmem Wasser wohl und werden meist über feinen Sprühnebel beim Duschen eingeatmet. Das kann zur Legionärskrankheit mit schwerer Lungenentzündung führen.

Zum Glück werden die Leitungen regelmäßig überprüft, sodass die Gefahr eher gering ist.

Sie können Ihr Wasser auch selbst auf Bakterien testen. Dafür gibt es Test-Kits für Zuhause, die Sie etwa auf www.wassertest-online.de bestellen können.

Hilft ein Trinkwasserfilter gegen Legionellen?

Besonders ältere Menschen reagieren empfindlich auf Legionellen im Trinkwasser. Wer diese Gefahr minimieren möchte, kann sein Trinkwasser im Haushalt zusätzlich filtern.

Das funktioniert entweder zentral am Haupthahn oder bei den einzelnen Entnahmestellen wie Armaturen oder Duschköpfen.

Wichtig ist, dass diese Filtermembranen fein genug sind, um Bakterien festzuhalten. 0,2 µm (0,0002 mm) empfehlen sich dabei als Mindestwert.

Aktivkohlefilter helfen dagegen kaum gegen Legionellen. Auch Ionentauscher gegen Verkalkung bieten keinen ausreichenden Schutz.

Erfahren Sie mehr über geeignete Filtermethoden in unserem Artikel über die besten Trinkwasserfilter für Zuhause.

Ist Kalk im Trinkwasser bedenklich?

Bei all den ausgeklügelten Methoden zur Wasseraufbereitung, die wir vorgestellt haben, stellen sich viele Menschen die Frage: Warum ist mein Trinkwasser trotzdem so kalkhaltig?

Besonders in Gegenden Thüringens, Sachsens und Mecklenburg-Vorpommerns weist das Wasser einen hohen Härtegrad auf.

Das wissen Waschmaschinenbenutzer, die ihre Geräte mit speziellen Tabs vor Verkalkung schützen.

Die gute Nachricht: Kalk ist nicht gesundheitsschädlich.

Zwar beeinträchtigt er in hohen Mengen den Geschmack. Jedoch hat das darin enthaltene Calcium und Magnesium durchaus positive Effekte – z. B. für Knochen und Muskeln.

„Verkalkte Arterien“ durch hartes Wasser sind ein Mythos, der auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruht.

Mit welchen Filtern Sie Kalk dennoch – z.B. aus geschmacklichen Gründen – herausfiltern können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie wird Wasser in Deutschland gereinigt?

Je nachdem, aus welchen Quellen das Wasser stammt, sind einige Schritte erforderlich, um es trinkbar zu machen.

Dafür sind in Deutschland die Wasserversorger zuständig, von denen es mehr als 6.000 gibt. Welche Verfahren zugelassen sind, regelt die deutsche Trinkwasserverordnung (TVO).

Am häufigsten werden die Stoffe Eisen und Mangan aus dem Wasser gefiltert.

Zu viel Mangan würde einen Nährboden für Bakterien bilden, während Eisen für eine trübe Färbung und einen metallischen Geschmack sorgt.

Zur Reinigung kommen meistens Sandfilter und Aktivkohlefilter zum Einsatz.

Um das Wasser noch gründlicher zu filtern, kann es auch mit Chemikalien versetzt werden, die zu einer Flockung von Schadstoffen führen. So können diese leichter ausgesiebt werden.

Ein letzter Schritt ist die Desinfektion. Dabei werden Bakterien durch die Behandlung mit Ozon oder UV-Licht abgetötet.

Chlor, das dem Trinkwasser einen unerwünschten „Schwimmbad“-Geschmack gibt, wird in Deutschland dagegen nur äußerst selten und in geringen Mengen verwendet.

Kann man Wasser aus der Kläranlage trinken?

Wenn das Trinkwasser gluckernd im Abfluss verschwindet, ist seine Reise noch lange nicht vorbei.

Bevor es zurück in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt, wird es in Kläranlagen gereinigt.

Bei der ausgeklügelten Technik aus Filtern und chemischen sowie biologischen Verfahren stellt sich natürlich die Frage: Warum nicht direkt das Wasser aus der Kläranlage zurück in die Leitungen pumpen?

Die Antwort: Kläranlagen leisten bereits einen wichtigen Beitrag. Sie reinigen das Wasser aber nur zu 96–98 %.

Durch Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalte gelangen immer mehr Stoffe in das Abwasser, die die Kläranlage ungehindert passieren: darunter Dioxine, Pflanzenschutzmittel und Medikamente.

Darum wird das Wasser von der Kläranlage in einen Vorfluter, also ein fließendes Gewässer wie Bach oder Fluss geleitet.

Auch dabei gibt es strenge Vorgaben, was die Schadstoffmenge im Wasser betrifft.

Gegebenenfalls muss das Wasser noch weiter gereinigt werden, damit Flora und Fauna nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

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