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Wie funktioniert ein Wasserhahn im Wohnwagen?

Das Verreisen mit dem Wohnwagen verspricht ein Maximum an Freiheit.

Doch auch weit weg von zu Hause wollen Urlauber nicht auf Komfort wie fließendes Wasser verzichten.

Und so sind in heutigen Wohnwagen Armaturen verbaut, die denen im Haushalt sehr ähnlich sind – jedoch angepasst an die Bedürfnisse auf engstem Raum.

In diesem Artikel verraten wir Ihnen alles über:

  • die Funktionsweise von Wasserhähnen im Wohnwagen
  • den Austausch und die Reparatur von Wohnwagen-Armaturen
  • das Vorgehen bei Problemen mit dem Wasserhahn
  • Tipps zum Umgang mit der Wasserversorgung unterwegs.

Wasserhähne im Wohnwagen – Wissenswertes für Camper

In den eigenen vier Wänden werden die Armaturen aus den Wasserleitungen gespeist.

Doch wie sieht es in einem Wohnwagen aus?

Dort kommt das Wasser aus einem Tank, der je nach Gefährt 10 bis mehrere hundert Liter fassen kann.

Manche Tanks müssen noch von Hand mit der Gießkanne befüllt werden, andere besitzen einen tragbaren Kanister.

Wieder andere lassen sich per Schlauch mit der Zapfstelle auf dem Campingplatz verbinden.

Damit das Wasser auch aus dem Hahn kommt, gibt es im Wohnmobil eine elektrische Pumpe, die betätigt wird, sobald Sie den Wasserhahn aufdrehen.

Der Hahn verfügt im Inneren nämlich über einen Mikroschalter, von dem zwei Kabel zur Pumpe verlaufen.

Übrigens: Wie stark die Pumpe sein sollte, kommt auf die Art der Armaturen an.

Wollen Sie z. B. eine Dusche in Ihrem Gefährt haben, wird mindestens eine Pumpleistung um die 10 Liter/Minute empfohlen.

Das Wasser wird durch Schläuche aus trinkwasserechtem Material befördert – meistens Kunststoff.

Sie sind oft durchsichtig, damit sich Verschmutzungen schnell erkennen lassen. Um nicht unnötig Platz zu verbrauchen, werden die Schläuche unauffällig an Boden und Wänden verlegt.

Wer es komfortabel haben will, möchte natürlich auch im Wohnwagen nicht auf warmes Wasser verzichten.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: etwa eine sog. Therme, die mit einer Mischung aus Heizungsluft und Strom arbeitet.

Thermen eignen sich jedoch nur für kleinere Mengen Wasser. Wer im Wohnmobil warm duschen möchte, sollte zu einem Boiler mit Elektro-/Gas- oder Kombiheizung greifen.

Wie tausche ich den Wasserhahn im Wohnwagen?

Wenn man vom elektrischen Mikroschalter absieht, funktioniert der Austausch einer Wohnwagen-Armatur ähnlich wie im Badezimmer.

Vermutlich müssen Sie zuerst Schubladen ausbauen, um an die Schläuche des Wasserhahns zu kommen.

Am besten hängen Sie dann eine Taschenlampe unterhalb des Waschbeckens, damit Sie auch etwas sehen.

Zum Austausch gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Nehmen Sie die Wasserpumpe vom Strom.
  2. Öffnen Sie den Wasserhahn, um Restwasser entweichen zu lassen. Halten Sie außerdem ein Handtuch bereit, falls noch Wasser nachtropfen sollte.
  3. Entfernen Sie die zwei Schläuche der Armatur. Lösen Sie dafür die Schrauben und ziehen Sie die Schläuche ab.
  4. Entfernen Sie die zwei Kabel des Mikroschalters, indem Sie die Lüsterklemme mit einem Schraubenzieher öffnen. Dann lassen sich die Kabel herausziehen.
  5. Lösen Sie die Mutter, mit der die Schläuche an der Unterseite des Waschbeckens befestigt sind. Nun können Sie den Wasserhahn samt Schläuchen und Kabeln nach oben abziehen.

Zur Montage gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor. Achten Sie darauf, Kalt- und Warmwasserhahn richtig anzuschließen – genau wie die Stromkabel.

Dieses Video zeigt noch einmal anschaulich, wie der Austausch vonstatten geht:

3 häufige Probleme mit dem Wasserhahn (und passende Lösungen)

In Wohnwagen werden selten Qualitätsarmaturen verbaut – kein Wunder, sind diese doch oft nur wenige Wochen pro Jahr im Einsatz.

Da kann es schon einmal passieren, dass der Wasserhahn Schwierigkeiten macht. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Probleme und adäquate Lösungen.

1. Es kommt kein Wasser aus dem Hahn

Wenn der Hahn trocken bleibt, obwohl alle Schläuche und die Wasserpumpe ordnungsgemäß angeschlossen sind, kommen vor allem folgende Gründe infrage:

  1. Überprüfen Sie als erstes, ob Sie versehentlich einen Wasserschlauch abgeklemmt haben oder diesen von der Wasserpumpe abgezogen haben.
  2. Manchmal sorgt auch Kalk dafür, dass die Wasserpumpe nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet.
    Überprüfen Sie dafür das drehbare Rädchen der Pumpe. Ist dieses schwergängig, sollten Sie es mit einer Zahnbürste von Kalk befreien.
  3. Eventuell ist auch der Mikroschalter am Wasserhahn defekt und es kommt kein Strom bei der Wasserpumpe an.
    Das passiert vor allem im Winter. Der Austausch kostet nur wenige Euro, setzt aber voraus, dass Sie mit einem Lötkolben umgehen können. Hier finden Sie die Anleitung.

2. Der Wasserhahn ist undicht

Wenn es unter dem Waschbecken andauernd nass ist, deutet das auf ein Leck in der Armatur hin.

Ein Austausch ist selten teuer. Wer es jedoch zuerst mit der Reparatur versuchen möchte, sollte folgendermaßen vorgehen:

  1. Folgen Sie zuerst der Anleitung für den Austausch des Wasserhahns (wie weiter oben beschrieben)
  2. Nun können den Wasserhahn zerlegen: beginnend mit den zwei Schläuchen, die beweglich auf einem Plastikdeckel angebracht sind.
    Dort befinden sich zwei Schrauben, die Sie lösen müssen, bevor Sie die Schläuche vom Deckel abziehen.
  3. Begutachten Sie die schwarzen Dichtungsringe in den Öffnungen für die Schläuche.
    Wenn diese stark abgenutzt und porös sind, haben Sie den Grund für das Tropfen wahrscheinlich gefunden. Neue Dichtungsringe kosten als Set nur wenige Euro.

Sollten die Dichtungsringe noch in einwandfreiem Zustand sein, kann es auch helfen, die Plastikverlängerungen an den Schläuchen mit Teflonband zu umwickeln, bevor Sie sie wieder in den Deckel stecken.

Kartusche wechseln

Wenn Sie, wie die meisten Wohnwagenbesitzer, einen Einhebelmischer verwenden, kann das Tropfen auch durch eine verschlissene Kartusche verursacht werden.

Zum Ausbau schrauben Sie zuerst den Mischhebel ab. Dann sehen Sie das Innenleben des Wasserhahns inklusive Mikroschalter für die Pumpe.

Diese ist mit mehreren Schrauben befestigt. Lösen Sie diese. Nun können Sie die Kartusche herausziehen und durch eine neue ersetzen.

3. Das Wasser tritt dünn und ungleichmäßig aus

Kommt statt einem gleichmäßigen Strahl nur noch ein dünnes Rinnsal? Oder stockt und gurgelt der Wasserhahn?

Dann kann das folgende Ursachen haben:

Luft in den Schläuchen

Leider lässt es sich beim Befüllen nicht vermeiden, dass Luft in den Wassertank gelangt.

Jedoch gibt es Wasserpumpen, die im Inneren mit kleinen Metallkugeln gefüllt sind und die Luft neutralisieren.

Solche Modelle erkennen Sie am markanten Klimpern, wenn Sie die Pumpe schütteln.

Eine weitere Problemlösung stellen Druckwasserpumpen dar. Diese saugen das Wasser nicht direkt aus dem Tank, sondern sind extern angebracht.

So kann es nicht zu Lufteinschlüssen kommen. Nachteile von Druckwasserpumpen sind jedoch höhere Anschaffungskosten und ein höherer Geräuschpegel als bei Tauchpumpen.

Defektes Rückschlagventil

Ein Rückschlagventil sorgt dafür, dass Wasser nach dem Zudrehen des Hahns nicht zurück in den Tank fließt und stattdessen beim nächsten Aufdrehen gleich verfügbar ist.

Wenn das Wasser nur noch dünn und stockend austritt, liegt häufig ein Defekt an diesem Bauteil vor.

Ob das Ventil undicht ist, können Sie folgendermaßen überprüfen: Öffnen und schließen Sie den Wasserhahn.

Wenn Sie hören, das Wasser zurück in den Tank gluckert, sollten Sie das Rückschlagventil austauschen.

Sie können auch den Luft-Test machen: Blasen Sie dafür mit Druckluft in den geöffneten Wasserhahn. Sollte die Luft bis zum Tank strömen, weist das auf ein undichtes Ventil hin.

Zum Glück gibt es Rückschlagventile bereits für wenige Euro zu kaufen, und auch der Austausch ist keine große Sache.

Sie müssen dafür lediglich die Tauchpumpe ausbauen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Heben Sie die Tauchpumpe aus dem Wassertank.
  2. Lösen Sie die Stromkabel und den Wasserschlauch von der Pumpe.
  3. Ziehen Sie das alte Rückschlagventil ab und ersetzen Sie es durch ein neues. Achten Sie darauf, das Ventil in Fließrichtung einzubauen.
  4. Zum Schluss müssen Sie die Pumpe wieder mit Stromkabeln und Wasserschlauch verbinden. Dann kommt sie zurück in den Tank.

5 praktische Tipps für Wasserhähne im Wohnwagen

Damit das Wasser im Wohnwagen auch in Zukunft einwandfrei aus dem Hahn fließt, sollten Sie folgende Tipps beachten:

1. Schutz der Tauchpumpe


Die Tauchpumpe muss stets von Flüssigkeit umgeben sein, um einwandfrei zu funktionieren. Ansonsten besteht die Gefahr des Überhitzens.

Darum sollten Sie den Wasserhahn nie aufdrehen, wenn der Tank Ihres Wohnmobils leer ist.

2. Vorgehen bei längeren Fahrpausen

Im Winter und vor längeren Pausen sollten Sie die Wasserleitungen komplett entleeren.

So vermeiden Sie Frostschäden und Verunreinigungen durch stehendes Wasser. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie den Bodenauslauf des Tanks, um das Wasser abzulassen. Der Deckel sollte geöffnet sein, damit möglichst viel Luft in den Tank gelangt.
  2. Trennen Sie die Pumpe vom Stromnetz und drehen Sie alle Armaturen auf.
  3. Um die Anlage komplett trocken zu legen, pusten Sie alle Schläuche am besten mit Druckluft durch. Auch sollten Sie bei geöffnetem Wasserhahn eine Weile fahren, um Restwasser loszuwerden.

3. Ersatz-Wasserpumpe

Wenn Sie auf längere Wohnwagen-Touren gehen, sollten Sie immer eine zweite Wasserpumpe für den Notfall mitnehmen.

Dieses Bauteil lässt sich nämlich nicht reparieren, was vor allem Camper in abgelegenen Gegenden vor Probleme stellt.

4. Reinigung des Tanks

Damit sich keine schädlichen Bakterien bilden, sollten Sie mindestens einmal im Jahr den Wassertank und die Schläuche von Hand reinigen.

Dabei helfen lange Schlauchbürsten, wie man sie etwa für Aquarien verwendet. Auch Silbernetze und Chlor-Tabletten beugen Keimen vor.

5. Entkalken des Wassertanks

Auch im Wassertank des Wohnmobils kann sich Kalk ansetzen und die Funktion der Tauchpumpe beeinträchtigen.

Darum sollten Sie mindestens einmal im Jahr Kalktabletten in den Tank geben. Alternativ können Sie auch verdünnte Zitronensäure verwenden.

Öffnen Sie anschließend alle Armaturen (in Kalt- und Warmwasser-Stellung), bis der Tank leer ist. Danach können Sie ihn mit frischem Wasser befüllen.

Benötige ich einen Wasserfilter für den Wohnwagen?

Diese Frage lässt sich so pauschal leider nicht beantworten.

Stattdessen kommt es darauf an, wo Sie mit dem Wohnmobil unterwegs sind und wie empfindlich Sie auf Verschmutzungen im Wasser reagieren.

Besonders auf alten, abgelegenen Campingplätzen kann die Gefahr von Legionellen im Wasser nicht ausgeschlossen werden – ein Risiko besonders für ältere Menschen.

Zum Glück gibt es Wasserfilter, die Sie ganz einfach an Ihren Entnahmeschlauch aufstecken können.

Diese bestehen aus einem Gehäuse und dem eigentlichen Filter, den Sie etwa alle 6 Monate wechseln müssen.

Ein Beispiel wäre dieser Filter der deutschen Qualitätsfirma Carbonit.

Für welches Modell Sie sich entscheiden, sollte von Ihren Ansprüchen und der Ausgangsqualität des Wassers abhängen:

Wer lediglich Bakterien fernhalten will, ist mit einem Keramikfilter gut beraten.

Aktivkohle- und Sedimentfilter reinigen das Wasser nicht nur von Bakterien, sondern auch von Rückständen wie Sand, Lösungsmitteln oder Pestiziden. So wird auch der Geschmack des Trinkwassers verbessert.

Detaillierte Informationen zu Filtersystemen und verschiedenen Herstellern erhalten Sie hier.

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