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Reicht ein Kompaktdurchlauferhitzer mit 11 KW bis 13,5 KW zum Duschen aus?

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Viele Leute fragen sich, ob ein Durchlauferhitzer mit ca. 12 Kilowatt genügt, um ausreichend warmes Wasser zu erzeugen, damit man damit auch komfortabel duschen kann.

Weiterführende Informationen, was es zu beachten gilt sowie die beliebtesten Modelle finden Sie in unserem Beitrag über Durchlauferhitzer.

Kompaktdurchlauferhitzer als Mittelweg

Die meisten modernen Kompaktdurchlauferhitzer haben eine wahlweise umschaltbare Leistung von 11 KW oder 13,5 KW, wodurch sich der Energieverbrauch an den tatsächlichen Bedarf anpassen lässt.

Kompaktdurchlauferhitzer sind dafür gemacht, die Lücke zwischen Kleindurchlauferhitzern mit 3,5 KW bis maximal 6,5 KW und leistungsfähigeren Geräten mit 18 KW aufwärts zu schließen.

Während erstere das Wasser am Handwaschbecken gerade einmal um einige Grad Celsius erwärmen können, versorgen leistungsfähigere Geräte gleich mehrere Zapfstellen gleichzeitig mit reichlich heißem Wasser.

Stellt sich also die Frage: Wofür genau eignet sich denn nun so ein Kompaktdurchlauferhitzer?

Lässt sich mit ihm ausreichend heißes Wasser erzeugen, um eine sprudelnde Küchenspüle zu versorgen oder eine entspannende heiße Dusche zu genießen?

Die kurze Antwort ist: Das kommt ganz darauf an…

Und zwar kommt es konkret auf folgende beiden Punkte an:

  • die Ausgangstemperatur des Wassers
  • die Durchflussgeschwindigkeit

Darauf gehen wir im Folgenden etwas genauer ein.

Leistungsgrenzen – eine Frage der Thermodynamik

Die meisten modernen Kompaktdurchlauferhitzer sind zwar elektronisch geregelt, wodurch im Gegensatz zu hydraulischen Geräten das Wasser nur soweit erhitzt wird, wie der Benutzer es am Regler einstellt. Dennoch hat jedes Gerät seine physikalische Leistungsgrenze – je höher die Leistung, desto später wird diese allerdings erreicht.

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Für Vergnügen unter der Dusche braucht es ausreichend warmes Wasser (Quelle: www.hansgrohe.de)

Ob und wie schnell ein Durchlauferhitzer seine Leistungsgrenze erreicht, hängt bei gleicher Leistung des Gerätes von den eben bereits erwähnten beiden Faktoren ab. Als erstes bestimmt die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers, wie viel Wasser pro Zeiteinheit erhitzt werden muss.

Wenn also z.B. 2 Liter pro Minute aus der Armatur fließen und auf 35° Celsius erhitzt werden sollen, hat der Durchlauferhitzer quasi doppelt soviel Zeit dafür, als wenn 4 Liter pro Minute auf die gleiche Temperatur erhitzt werden müssen. Für letzteren Fall muss deutlich mehr Energie durch die Heizelemente des Gerätes fließen um das Wasser auf die gleiche Temperatur zu bringen, da das Wasser ja viel schneller an ihnen vorbeiströmt.

Irgendwann glühen dann die Heizdrähte mit Maximalleistung, mehr Wärme können sie also nicht an das Wasser abgeben. Fließt das Wasser jetzt noch schneller an ihnen vorbei, kann es nicht mehr komplett auf die eingestellte Temperatur erhitzt werden – die Leistungsgrenze ist überschritten.

Der zweite wesentliche Faktor, wie weit ein Durchlauferhitzer eine gegebene Wasserdurchflussmenge maximal erwärmen kann, ist die Ausgangstemperatur des Wassers. Denn gemäß der spezifischen Wärmekapazität des Wassers sind rund 4,2 Kilojoule erforderlich, um 1 Liter Wasser um ein Grad Celsius (oder Kelvin) zu erwärmen.

Dementsprechend macht es einen enormen Unterschied, ob 10°C kaltes Wasser auf 35°C erhitzt werden sollen, oder ob das in den Durchlauferhitzer einströmende Wasser bereits 25° C hat.

Im ersten Fall des 10°C kalten Wassers schafft es ein Durchlauferhitzer mit wenig Leistung unter Umständen nur bei einer deutlich geringeren Durchflussgeschwindigkeit, das Wasser auf 35°C zu erhitzen, weil es länger Kontakt mit den Heizelementen benötigt, um genügend Energie aufzunehmen.

In letzterem Fall des bereits 25°C warmen Wassers verbraucht das Gerät entweder deutlich weniger Energie, oder es kann deutlich mehr Wasser pro Zeiteinheit entnommen werden, bevor die gewünschte Ausflusstemperatur nicht mehr erreicht werden kann.

Genau an dieser Stelle setzen übrigens vollelektronische Durchlauferhitzer an und lösen dieses Problem, indem sie im Falle der Überschreitung der Leistungsgrenze vollautomatisch die Durchflussgeschwindigkeit reduzieren, um die eingestellte Temperatur jederzeit halten zu können.

Durchlauferhitzer mit 220 V / 230 Volt Anschluss für die Dusche

Viele Kunden fragen sich, ob es nicht auch Durchlauferhitzer gibt, die direkt an die hausübliche 220 V Steckdose angeschlossen werden. Denn in aller Regel ist nicht unbedingt ein Starkstromanschluss in jedem Bad vorhanden, eine „normale“ Steckdose hingegen schon. Von daher wäre es doch sehr praktisch, wenn man das Wasser der Dusche oder Badewanne über ein Gerät erwärmen könnte, was sich ganz schnell und einfach über diesen Weg betreiben ließe.

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ein Durchlauferhitzer mit zu wenig Leistung kann zu einer Abhärtungskur werden (Quelle: highya.com)

Leider ist das in unseren Breitengraden oftmals nicht ohne Weiteres möglich, da in Deutschland und ähnlich temperierten Ländern das Leitungswasser relativ kalt ist. Das bedeutet – wie weiter oben bereits erklärt – dass sehr viel Energie notwendig ist, um das Wasser auf eine Temperatur zu erwärmen, die von den meisten als angenehm zum Duschen oder Baden empfunden wird.

Aufgrund dieser sehr hohen benötigten elektrischen Leistung werden die meisten Durchlauferhitzer ab der Kategorie Kompaktdurchlauferhitzer und höher über das 400 V Drehstromnetz betrieben, umgangssprachlich auch Starkstrom genannt. Deshalb dürfen sie auch nur von Fachpersonal installiert werden. Unter Umständen muss auch erst einmal eine entsprechende Leitung zur gewünschten Montagestelle gelegt werden.

Es gibt natürlich auch Durchlauferhitzer, die keinen Starkstromanschluss benötigen, sondern direkt über die Steckdose betrieben werden. Bei den meisten Kleindurchlauferhitzern ist das der Fall, deren Leistung zwischen 3,5 kW und 6,5 kW kann über das 220 V Netz bereitgestellt werden. Allerdings ist dementsprechend auch die Leistung geringer. Es kann also weniger Wasser pro Minute um weniger Grad erwärmt werden. Der DHM 3 von Stiebel Eltron mit 3,5 kW schafft es beispielsweise, Wasser um 25°C zu erwärmen, wenn es mit 2 Litern pro Minute durchfließt.

Falls also bereits vorerwärmtes Wasser verfügbar ist (z.B. durch Solarpanels) und in das Gerät gespeist werden kann, oder Sie in Regionen leben, in denen das Leitungswasser grundsätzlich deutlich wärmer ist als in Deutschland, kann auch ein Kleindurchlauferhitzer zum Duschen oder Baden ausreichen.

Andernfalls fällt entweder die Ausflusstemperatur des Wasser oder dessen Ausflussgeschwindigkeit eher bescheiden und für die meisten Anwender sicherlich nicht zufriedenstellend aus.

Fazit

Wie Sie sehen, lässt sich die Frage, ob ein Kompaktdurchlauferhitzer mit 11 KW – 13,5 KW Leistung zum Duschen ausreicht, also leider nicht pauschal mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Zumindest nicht, ohne die folgenden Gegenfragen zu stellen:

  • „Wie viel Wasser läuft denn pro Minute aus der Duschbrause?“ und
  • „Welche Temperatur hat das Leitungswasser, das in den Durchlauferhitzer fließt?“

Denn es gibt mittlerweile viele moderne Geräte, die bereits vorerwärmtes Wasser verarbeiten können. Wer also über eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe bereits erwärmtes Wasser in den Durchlauferhitzer leitet, kommt sehr wahrscheinlich mit einem von der Leistung her kleiner dimensionierten Gerät aus.

Beliebte Kompaktdurchlauferhitzer

Alternativen mit mehr Leistung

Wer hingegen kein vorerwärmtes Wasser hat, in Gegenden lebt, in denen das Wasser aus der Leitung sehr kalt ist und bei einem recht hohen Wasserverbrauch pro Minute eine heiße Dusche genießen möchte, wird wahrscheinlich zu einem Durchlauferhitzer mit mehr Leistung greifen müssen, um nicht enttäuscht zu sein. Denn sonst kann es passieren, dass das Wasser entweder nur lauwarm herausströmt, oder zwar mit der gewünschten Temperatur, dafür aber nur herauströpfelt.

Zum Glück ist das aber auch kein wirklich großes Problem, da es auch leistungsfähigere Modelle mit 18 KW oder mehr zum gleichen oder nur wenig höheren Preis als dem für gute Kompaktdurchlauferhitzer gibt. Zusätzlich lassen sich daran sogar noch mehrere Verbraucher anschließen, sodass man neben der Dusche auch beispielsweise die Badewanne oder sogar Armaturen in der Küche gleichzeitig versorgen kann.