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Hochdruck oder Niederdruck – Was die Armaturen unterscheidet und was es zu beachten gilt

niederdruckarmatur symbol

 

Niederdruckarmaturen sind eine Möglichkeit, Ihre dezentrale Warmwasserversorgung zu organisieren.

Was genau Niederdruckarmaturen sind, welche Vor- und Nachteile sie haben, und unter welchen Voraussetzungen sie zwingend eine benötigen, erfahren Sie im Folgenden.

Wie kann ich Hochdruck- und Niederdruckarmaturen erkennen und unterscheiden?

Diese wichtige Frage wird oft gestellt und Sie finden alles, was sie dazu wissen müssen, einfach erklärt in unserem Beitrag über den Unterschied zwischen Hochdruck- und Niederdruckarmaturen.

Niederdruck-Armaturen

Wann benötige ich eine Niederdruckarmatur?

Eine Niederdruckarmatur kommt immer dann in Frage, wenn:

  • grundsätzlich keine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden ist, oder
  • in einigen Räumen nur ein Kaltwasseranschluss zur Verfügung steht

Wenn Sie diese Situation vorfinden, haben Sie ja erstmal nur Zugang zu kaltem Wasser. Möchten Sie aber dennoch warmes Wasser aus Ihren Armaturen sprudeln lassen, bietet sich die dezentrale Warmwasserversorgung mittels Warmwasserspeichern an – auch Untertischspeicher oder Boiler genannt.

Niederdruckarmatur

Anschluss einer Niederdruckarmatur an ein Untertischgerät (Quelle: blanco-germany.com)

Da diese Geräte oftmals drucklos funktionieren, dürfen sie auf keinen Fall direkt an die Wasserleitung angeschlossen werden.

Der Grund dafür ist, dass diese Warmwasserspeicher nicht für den Wasserdruck der Hausleitung – in Deutschland sind das zwischen 3 und 6 bar – ausgelegt sind und platzen könnten.

Aus diesem Grund muss zwischen den Wasseranschluss der Hausleitung und das Untertischgerät eine spezielle Armatur geschaltet werden, die den Wasserdruck reduziert, der in den Warmwasserspeicher strömt. Genau deshalb nennt man diese Armaturen auch Niederdruckarmaturen, da sie das Wasser auf einen niedrigeren Druck herunterregulieren.

Wie funktioniert eine Niederdruckarmatur?

Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, besitzen Niederdruckarmaturen im Gegensatz zu Hochdruckarmaturen immer 3 Anschlüsse. An diesen drei Anschlüssen lassen sich Niederdruck-Armaturen übrigens auch immer zweifelsfrei erkennen. Ein weiteres Kennzeichen ist ein schematisch dargestellter Blitz.

Vorab ein grober Überblick, wofür diese drei Anschlüsse gut sind:

  • Der erste Anschluss führt vom Eckventil des Hausanschlusses in die Armatur
  • Der zweite Anschluss führt das kalte Wasser mit reduziertem Druck in den Warmwasserspeicher
  • Der dritte Anschluss ist für das warme Wasser, welches aus dem Speichergerät zur Armatur fließt

Durch eine aufwendige Ventilsteuerung im Inneren werden grundsätzlich folgende beiden Szenarien ermöglicht:

  1. Wird an der Armatur ausschließlich kaltes Wasser angefordert, strömt es über den ersten Anschluss direkt zum Ausfluss.
  2. Wenn ausschließlich warmes Wasser angefordert wird, dann strömt kaltes Wasser durch den zweiten Anschluss mit niedrigem Druck in den Warmwasserspeicher und verdrängt das dort vorhandene erwärmte Wasser, welches durch den dritten Anschluss in die Armatur zum Ausfluss fließt.

Bei der üblichen Situation, dass lauwarmes Wasser – also eine Mischung aus kaltem und warmem Wasser – angefordert wird, finden beide genannten Szenarien gleichzeitig statt. Es strömt also zum Teil kaltes Wasser direkt zum Ausfluss, zum anderen Teil aber mit reduziertem Druck über den Speicher, um warmes Wasser herauszudrücken.

Diese ausgeklügelte Ventilsteuerung ist auch der Grund, warum Niederdruckarmaturen teurer sind als Mischbatterien oder Kaltwasserhähne.

Meine Niederdruckarmatur tropft – ist sie undicht?

Die Niederdruckarmatur wirkt gleichzeitig auch als Überdruckventil. Deshalb ist es völlig normal, dass sie etwas tropft, wenn das Wasser im Speicher erwärmt wird.

Denn durch die Erwärmung dehnt es sich ja aus, wodurch der Druck im Speicher steigt. Um das Gerät nicht zu beschädigen, entweicht der Überdruck durch die Armatur.

Genauso Normal ist es übrigens, dass die Niederdruckarmatur nach dem Schließen noch kurz nachläuft.

Beliebte Niederdruck-Armaturen

Alternative zu Niederdruckarmaturen

Anstatt ihre dezentrale Wasserversorgung mit drucklosen Speichergeräten zu organisieren, die eine Niederdruckarmatur zwingend erforderlich machen, gibt es noch eine andere Alternative.

Wenn Sie Ihre Warmwasserversorgung weiterhin dezentral organisieren möchten, sind Durchlauferhitzer eine oftmals energiesparende und umweltschonende Alternative.

Anders als Warmwasserspeicher erfordern Durchlauferhitzer nämlich keine teuren Niederdruckarmaturen, denn sie können mit herkömmlichen Mischbatterien oder wahlweise auch mit noch einfacheren Standventilen betrieben werden.

Durchlauferhitzer halten im Gegensatz zu Speichergeräten auch kein Wasser auf Vorrat warm, was dauerhaft erwärmt und so ständig Energie vergeudet wird, auch wenn gerade gar kein Warmwasser benötigt wird.

Und wenn dann wirklich mal mehr Wasser auf einmal entnommen wird, liefern Durchlauferhitzer endlos warmes Wasser, da sie eben von keinem Speicher zehren. Warmwasserspeicher liefern dagegen nur noch kaltes Wasser, nachdem ihr Reservoir erschöpft ist – und das ist bei kleinen Untertischgeräten schon nach wenigen Litern der Fall.

Mehr über diese Alternative können Sie in unserem Beitrag über Durchlauferhitzer erfahren.

Hochdruck-Armaturen

Hochdruckarmaturen sind der absolute Standard und in sehr vielen Haushalten zu finden.

Hochdruckarmatur

Anschluss einer Hochdruckarmatur (Quelle: www.blanco-germany.com)

Wenn Sie eine zentrale Warmwasserversorgung und somit zwei Wasseranschlüsse haben, also Warm- und Kaltwasser, dann ist eine Hochdruck-Armatur die richtige Wahl. Das ist in den meisten Haushalten der Standard und Sie können so bedenkenlos zur Hochdruckarmatur greifen.

Bei diesen Modellen liegt dann der weiter oben bereits erwähnte, in Deutschland übliche hohe Druck von 3 bis 6 bar direkt an der Armatur an. Daher auch der Name „Hochdruck“-Armatur.

Hochdruckarmaturen gibt es in der weit verbreiteten Version als Mischbatterie mit 2 Anschlüssen, bei denen kaltes und warmes Wasser direkt in der Armatur vermischt werden, um die gewünschte Wassertemperatur am Ausfluss zu erhalten.

Außerdem gibt es noch Kaltwasserhähne – auch Standventile genannt – die nur einen Anschluss besitzen. Obwohl sie ihren Namen daher haben, weil sie direkt an die Kaltwasserleitung angeschlossen werden und deswegen eben nur solches liefern, muss das nicht immer der Fall sein. Denn es gibt durchaus auch Standventile, die direkt hinter einen Durchlauferhitzer angeschlossen werden können und somit Wasser mit der Temperatur liefern, die am Durchlauferhitzer eingestellt ist.

Welche Mischbatterie: Benötige ich eine spezielle Hochdruck Armatur für Durchlauferhitzer?

Nein, an alle druckfesten Durchlauferhitzer können alle herkömmlichen Hochdruck-Armaturen angeschlossen werden. Dazu zählen übrigens auch Kaltwasserhähne, die die einfachste und preiswerteste Form der Hochdruck-Armaturen sind. Gerade in Verbindung mit elektronischen Durchlauferhitzern, bei denen sich die Wassertemperatur individuell einstellen lässt, lassen sich Kaltwasserhähne sogar für die Warmwasserversorgung nutzen.

Wer allerdings einen hydraulischen Durchlauferhitzer hat, oder manchmal einfach nur kaltes Wasser entnehmen möchte, ist mit einer normalen Hochdruckarmatur besser beraten. Denn diese hat standardmäßig zwei Anschlüsse, einen für das warme Wasser des Durchlauferhitzers und einen Kaltwasseranschluss vom Eckventil der Hausleitung.

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